Übernahmen zum Auftakt der 35. Odenwälder Kartoffelwochen 2025 die Regentschaft: Kartoffelkönigin Louisa I. (rechts) und ihre Prinzessin Melanie I. (links) im Gefolge der Groß-Umstädter Weinhoheiten, Königin Lea I., ihren Weinprinzessinnen Elisabetta und Chiara sowie der regionalen Hoheiten Emma I., Höchster Apfelblütenkönigin, der Bad Königer Thermenkönigin Emmely I. und Lea I., der Odenwälder Honigkönigin. Foto: HF
Fünf-Gänge-Eröffnungsmenue bei >Grünewalds erleben und Genießen< in Ober-Klingen macht Lust auf weitere Kartoffel-Kreationen
mk-Presse / er
ODENWALD / OBER-KLINGEN. – Selbst dreieinhalb Jahrzehnte nach ihrem Start im Jahr 1991 sind die >Odenwälder Kartoffelwochen< keineswegs als „verstaubtes Relikt“ im Ablageschrank der Zeitgeschichte untergebracht. Auch wenn die Zahl 35 kein klassisches Jubiläum markiert, erlebten mehr als 100 Gäste den Start der Kartoffelwochen 2025 als besonderen Jubiläums-Moment mit „35 Jahren Leidenschaft für echte Regionalität“, wie Kornelia Horn, Geschäftsführerin der Odenwald Tourismus GmbH, zutreffend befand.
Mit dem Restaurant >Grünewalds erleben und genießen< in Ober-Klingen war zur Eröffnungsgala die passende Location gewählt: Wie Seniorchef Georg Lutz („Grünewalds Schorsch“ – er über sich) berichtete, steht sein Haus schon immer für Direktvermarktung und agiert damit ganz im Sinne des Kartoffelwochen-Initiators Horst Schnur, dem früheren Landrat des Odenwaldkreises. Der konnte an diesem Abend leider nicht dabei sein, wie gleich mehrere Redner bedauerten. Aber der runde Geburtstag seiner Frau Traudel hatte Priorität.
„High Tec und high Snack“ im Odenwald noch immer „in“
Gleichwohl schwebte Schnurs Vermarkter-Slogan für den Odenwald „High Tec und high Snack“ beim Start der 35. Auflage der Odenwälder Kartoffelwochen wie ein unsichtbarer Geist über der einmal mehr gelungenen Veranstaltung, die jetzt erstmals im Landkreis Darmstadt-Dieburg stattfand.
Dazu lieferte auch das stilvolle Ambiente im >Grünewalds erleben und genießen< ebenso einen wichtigen Beitrag wie selbstverständlich das bestens abgestimmte Fünf-Gänge-Menue rund um die „tolle Knolle“, flankiert von erlesenen Weinen der Bergsträßer Winzergenossenschaft Heppenheim und Vinum Autmundis, Groß-Umstadt, samt würziger Biere der Schmucker-Brauerei aus Mossautal, alkoholfreien Apfelschorlen der Kelterei Dölp, Brensbach und Mineralwasser der Odenwald-Quelle, Heppenheim.
Schon der Gruß aus der Küche geriet zu einem kulinarischen Erlebnis der besonderen Art
Und Küchenchef Philipp Lutz kredenzte mit seinem Team, im Sinne der gemeinsamen Gastronomieveranstaltung unterstützt von Thomas Treusch (Treusch’s Schwanen in Reichelsheim), vom Gruß aus der Küche bis zum Dessert ausschließlich Leckereien, die schon beim Lesen der Menuekarte mit der Zunge schnalzen ließen.
Mit einem lauwarmern Kartoffel-Kürbis-Strudel mit Petersilien-Salbei-Pesto geriet schon der kulinarische Auftakt zu einem Gaumenerlebnis der besonderen Art. Dem stand die Vorspeisenvariation mit Kartoffelsalat, gebackener Rinderpraline, gebackenem Odenwälder Dreispitz, gefüllt mit Kartoffeln und Steinpilzchampignons, Kartoffel-Maki-Sushi mit gebeizter Lachsforelle und Blattsalaten im Kartoffeldressing keineswegs nach.
Zweierlei vom Ober-Klinger Hochlandrind: gebratenes Rindersteak und geschmorte Medaillons mit Rosmarin-Jus
Der Zwischengang mit einer cremigen Kartoffel-Handkäse-Suppe mit Apfelweinschaum und Pankochrunch steigerte die Lust auf den Hauptgang mit Zweierlei vom Ober-Klingener Hochlandrind: Gebratenes Rindersteak und geschmorte Medaillons mit Rosmarin-Jus und buntem Schwenkgemüse der Saison bzw. der vegetarischen Version Pilzbratling auf buntem Schwenkgemüse mit Paprika-Tomaten-Sugo sowie bei beiden Gerichten Kartoffel-Parmesan-Krapfen und Kartoffel-Birnen-Mohngratin als Beilagen.
Kartoffelparfait mit Zwetschgenkompott und süßem Semmelbröselcrunch als Dessert beschloss den kulinarischen Teil der Eröffnungsgala zu den 35. Odenwälder Kartoffelwochen. Die jeweils mit den einzelnen Menuegängen korrespondierenden Weine der regionalen Winzer wurden vorgestellt von Doris Pabst (Winzergenossenschaft Bergstrasse) und den Groß-Umstädter Weinhoheiten, Königin Lea I., ihren Weinprinzessinnen Elisabetta und Chiara sowie von Thorsten Heckmann von der Odenwälder Brauerei Schmucker, der die abgestimmten Biersorten erläuterte.
Unterhaltsamens Abendprogramm mit dem Höhepunkt der Hoheiten-Krönung
Die kulinarischen Highlights rund um die Odenwälder Kartoffel, der leckeren Weine und Biere waren eingebunden in ein unterhaltsames Abendprogramm mit dem Höhepunkt der Krönung einer neuen Kartoffelkönigin nebst deren Kartoffelprinzessin. Mit Louisa I. als Königin der Odenwälder Kartoffeln und Prinzessin Melanie I. übernahm ein Geschwisterpaar aus Bad König das Zepter auf zunächst unbestimmte Zeit über die Kartoffelwochen als „stets neuer Beweis für kreative Ideen und Rezepte, für das Genießen und das Erleben“, wie Kornelia Horn formulierte.
Diese Einschätzung teilte auch Christine Friedrich, Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands Südhessen, die den Odenwald als „Kartoffel- und Apfelland“ ausrief. „Das sind tolle regionale Produkte, und wir sind hier federführend“, bekundete sie unter Applaus und der Zustimmung von Yvonne Heider, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Hessen und dem Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Hessen, Gisbert J. Kern.
Regierungspräsident lobt„ tolles Signal für unser Freizeitangebot und Tourismus“
Neben den Weinhoheiten gaben sich die Höchster Apfelblütenkönigin Emma I., die Bad Königer Thermenkönigin Emmely I. und die Odenwälder Honigkönigin Lea I. die Ehre und wohnten der Krönung der neuen Kartoffel-Hoheiten ebenso bei wie die erste Odenwälder Kartoffelkönigin (1994), Regina Böhm vom Kohlbacher Hof in Otzberg.
Da mochte neben zahlreichen regionalen Polit-Vertretern auch der Darmstädter Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt nicht zurückstehen: „Die Kartoffelwochen zeigen, welches Potenzial die Gastronomie hier in der Region hat. Das ist ein tolles Signal für unser Freizeitangebot und den Tourismus“, betrieb er Werbung für die Vielfalt der Odenwald-Region.
Eingangs hatte Oliver Grobeis, hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter des Odenwaldkreises, die Gäste begrüßt und der langen Tradition der Kartoffelwochen wie auch der Odenwälder Lammwochen, inzwischen zu Genusswochen erweitert, seinen Respekt bezeugt und die 35. Auflage der Odenwälder Kartoffelwochen offiziell eröffnet.
35. Odenwälder Kartoffelwochen: Zwei Wochen voller Kartoffelvielfalt
Während der Aktionswochen präsentieren die teilnehmenden Gastronomiebetriebe ihre kreative Seite: Jedes Haus serviert drei eigens entwickelte Gerichte, in denen die Kartoffel die Hauptrolle spielt. Die Bandbreite reicht von herzhaften Klassikern, wie sie seit Generationen in Odenwälder Familienküchen zubereitet werden, über raffinierte Neukreationen bis hin zu modernen, überraschenden Variationen.
So entsteht ein kulinarischer Bogen, der zeigt, wie vielseitig und wandlungsfähig die Knolle ist – und wie viel Kreativität und Können in den Küchen der Region stecken.
Regionalität als gelebtes Prinzip
Alle verwendeten Kartoffeln stammen ausschließlich von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region. Kurze Wege und enge Partnerschaften zwischen Köchen und Landwirten garantieren nicht nur Frische und Qualität, sondern stärken auch die regionale Wertschöpfung.
Eine Kartoffelwochen-Fahne vor den Restaurants zeigt Gästen auf einen Blick, wo sie während der Aktion willkommen sind.
„Die Odenwälder Kartoffelwochen machen deutlich, wie eng Landwirtschaft und Gastronomie hier zusammenarbeiten“, heißt es von der veranstaltenden Odenwald Tourismus GmbH. „Die Gäste erleben Gerichte, die nicht nur hervorragend schmecken, sondern auch eine Geschichte erzählen – von den Feldern bis auf den Teller.“
Vielfalt der Odenwälder Gastronomie
Ob traditionsreiches Gasthaus, gemütlicher Landgasthof oder modernes Restaurant – die teilnehmenden Betriebe spiegeln die kulinarische Bandbreite des Odenwaldes wider. Sie alle eint die Liebe zu regionalen Produkten, handwerklicher Qualität und echter Gastfreundschaft.
Wer sich während der zwei Wochen auf Entdeckungsreise begibt, kann immer wieder Neues probieren und dabei erleben, wie vielfältig die Kartoffel interpretiert werden kann.
Einladung an Genießer
Die Odenwälder Kartoffelwochen laufen noch bis Sonntag, 5. Oktober, und laden dazu ein, regionale Küche bewusst zu erleben. Alle teilnehmenden Gastronomiebetriebe und ihre besonderen Kartoffelgerichte sind auf der Website www.kartoffelwochen.de zu finden.











