Die Spitzenkandidaten der FDP um Christopher Hörst (Mitte) zur Bergsträßer Kreistagswahl 2026.
Ordentliche Kreismitgliederversammlung der Liberalen mit Listenaufstellung in Heppenheim
Pressedienst FDP Bergstrasse
HEPPENHEIM. – „Wir stehen vier Monate vor der Kommunalwahl, die ein schöner Startpunkt sein kann für das Wiedererstarkten der FDP.“ Christopher Hörst, Vorsitzender der Liberalen des Kreises Bergstraße, versprühte in seiner Begrüßungsansprache anlässlich der Kreismitgliederversammlung am vergangenen Samstag in Heppenheim Optimismus, was die Zukunft der Partei anbetrifft.
Knapp 50 Mitglieder hatten sich eingefunden. Im Mittelpunkt stand die Listenaufstellung der Kandidaten für die Kreistagswahl im März 2026. Versammlungsleiter Till Mansmann, bis zur vorgezogenen Wahl im Februar dieses Jahres Mitglied des Bundestages für die Freidemokraten, sprach von „schwierigen Zeiten für unsere Partei“.
Er sei froh, dass er auf der kommunalen Eben miterleben könne, „dass es hier ganz normal weiter geht“. Für Mansmann endet die Zeit als Berufspolitiker: Auch zur Wahl für den Bezirksvorsitzenden der südhessischen FDP in der kommenden Woche wird er nicht wieder antreten. Es sei Zeit für eine Partei-Erneuerung.
Doch wenn er gebraucht werde, stehe er parat: „Ich bin von Herzen freier Demokrat und will, dass diese Partei wieder auf die Beine kommt.“ Auch er sieht der Kommunalwahl positiv entgegen und erinnert an die Jahre 2013 bis 2017, als die FDP ebenfalls nicht Teil der Bundesregierung gewesen sei. Damals habe man bei den Kommunalwahlen in Hessen dennoch früh ein gutes Ergebnis erzielen können.
Warum die FDP im Februar aus der Regierung „geflogen“ sei, analysierte Christopher Hörst in seiner Rede: Die Menschen seien unzufrieden gewesen mit dem, „was die Ampel fabriziert hat“. Mit der einschneidendsten Konsequenz, dem Rauswurf aus dem Bundestag, habe der Wähler diese Unzufriedenheit an den Freidemokraten abgeladen.
Ein Blick auf die Arbeit der jetzt regierenden großen Koalition beweise jedoch, dass eine Verbesserung damit ganz offensichtlich nicht gelungen sei. Im Gegenteil: Die Medien seien „voll mit der Beurteilung, dass die jetzige Koalition noch schlechter ist als die Ampel“. Deutlich werde seit Wochen und auch im Gespräch mit Bürgern, „an der FDP kann es in den letzten Jahren nicht gelegen haben. Wir stellen fest: Die FDP fehlt.“
Das Leben sei noch „schlimmer, teurer und schwerer geworden“ als vorher, teile man mit. In Folge zählte der Kreisvorsitzende nicht gehaltene Wahlversprechen der GroKo auf – angefangen von dem, die Schuldenbremse nicht weiter aufzuweichen und die Bürger nicht weiter zu belasten. Inzwischen komme man zu der Überzeugung, die FDP habe in der Ampel Schlimmeres verhindern können, was jetzt bei CDU und SPD auf dem Koalitionsaltar geopfert werde.
Nicht nur für viele Bürger, auch für viele Kreiskommunen sehe es finanziell alles andere als rosig aus. Als Negativbeispiel nannte Hörst die Stadt Bensheim mit einem Defizit von rund 29 Millionen Euro, als Vorzeigekommune dagegen Heppenheim, wo er selbst Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtparlament ist, das mit einem wahrscheinlichen Minus von rund 2,5 Millionen Euro noch verhältnismäßig gut da stehe.
Schuld am Minus in den Kassen des Kreises und seiner Kommunen seien vor allem die von Bund und Land delegierten Aufgabenfülle. Auf diese Weise habe der Kreis gar keine Chance, im großen Stil zu sparen. Dennoch könne sich das Kreis-Defizit von 12 Millionen im Vergleich zu den Nachbarkreisen sehen lassen.
Auch die Weltpolitik ließ Hörst nicht außer Acht, verglich die Wahlgewinner der „bösen Liberalen“ (in Argentinien) mit jenen der „guten Liberalen“ (in den Niederlanden) und analysierte die Gründe, warum so gewählt wurde. „Wir haben verlernt, mit Optimismus, mit Lust ans Leben heran zu gehen“, kritisierte der Liberale.
Man habe sich gewöhnt, dass es Regeln und Gesetze als „Leitplanken“ gebe, aber verlernt, „diese wieder einzureißen, wenn sie sich nicht bewährten“. Die FDP sei wichtig und mache den Unterschied. „Wir müssen dafür sorgen, dass es keine Auswüchse an Gesetzen und Regeln mehr gibt und dass maßgehalten wird mit den Ausgaben.“
Die Liste der 74 Kandidaten für die bevorstehende Kreistagswahl habe man sorgfältig zusammen gestellt und ausgiebig darüber gesprochen. „Wir treten als Team von 74 ambitionierten, tatkräftigen und optimistischen Kandidaten an“, um allen Altersgruppen der Bergsträßer Bevölkerung „ein Angebot zu machen: „Wir stehen für euch bereit, um darauf zu achten, dass nicht zu viel Geld ausgegeben wird.“
Es könne nicht sein, so Hörst in Hinblick auf die Stimmengewinne der Parteien am linken und rechten Rand, dass man sich darum Sorgen mache, aber „bei den zentralen Punkten, wo die Menschen Probleme haben, diese Probleme nicht angeht. Dann muss man sich nicht wundern“.
Ihm bereite Sorge, dass mehr und mehr das Vertrauen in die demokratischen Strukturen und Prinzipien schwinde. Die FDP wolle mehr Realismus in den Kreistag, die Gemeindevertretungen, die Rathäuser und auch in die Ortsbeiräte bringen. „Wir haben jetzt drei Jahre geschimpft, was die in Berlin gemacht haben. Jetzt könne wir beweisen, was wir hier anders gemacht haben und anders machen werden.“
Bei der Wahl der Kreistags-Kandidaten wurden alle 74 gewählt, die meisten erhielten alle Stimmen, die geringste Zustimmung für eine Person lag mit 39 Stimmen immer noch deutlich oberhalb der notwendigen Mehrheit.
Die Kanditatenliste der Kreis-FDP führt an Position eins Christopher Hörst an, gefolgt von Lisa-Marie Blumenschein (Bensheim), Nicole Walter (Rimbach), Burkhard Vetter (Bürstadt), Maurice Zettl (Hirschhorn), Cornelia Schürer (Lampertheim), Uta Ommer (Zwingenberg), Jürgen Gärtner (Wald-Michelbach), Till Mansmann (Heppenheim) und Hilde Kaplan-Reiterer (Lorsch) und 64 weiteren Kandidierenden aus allen Teilen des Kreises Bergstraße.
Die Kandidaten der FDP zur Neuwahl des Bergsträßer Kreistags 2026:
01 Christopher Hörst, Heppenheim
02 Lisa-Marie Blumenschein, Bensheim
03 Nicole Walter, Rimbach
04 Burkhard Vetter, Bürstadt
05 Maurice Zettl, Hirschhorn
06 Cornelia Schürer, Lampertheim
07 Uta Ommer, Zwingenberg
08 Jürgen Gärtner, Wald-Michelbach
09 Till Mansmann, Heppenheim
10 Hilde Kaplan-Reiterer, Lorsch
11 Roland von Hunnius, Rimbach
12 Harald Boeddinghaus, Bensheim
13 Karin Rettig, Zwingenberg
14 Markus Wilfer, Heppenheim
15 Helmut Hummel, Lampertheim
16 Inge Morckel, Lindenfels
17 Oguz Gümüs, Lampertheim
18 Susanne Benz, Bürstadt
19 Johannes Straub, Heppenheim
20 Bernhard Kammer, Mörlenbach
21 Oliver Wilkening, Heppenheim
22 Matthias Vercrüsse, Wald-Michelbach
23 Dr. Holger Habich, Zwingenberg
24 Thomas Walter, Rimbach
25 Dr. Gernot Diehlmann, Lampertheim
26 Thorsten Eschborn, Bensheim
27 Susanne Ebner, Biblis
28 Birgit Grüner, Lorsch
29 Ole Wilkening, Heppenheim
30 Benjamin Kissel, Birkenau
31 Claudia Scheib, Bensheim
32 Markus Bremicker, Lindenfels
33 Friedrich Drayß, Lorsch
34 Edith von Hunnius, Rimbach
35 Taner Eker, Wald-Michelbach
36 Aileen Loewen, Heppenheim
37 Michelle Mertin, Viernheim
38 Jürgen Heiser, Bürstadt
39 Dr. Thorsten Pisternick, Bensheim
40 Martin Dittert, Birkenau
41 Dr. Klaus Wolff, Lorsch
42 Bernd Maurer, Rimbach
43 Dorothee Pfeifer, Lindenfels
44 Dr. Iris Rau, Bürstadt
45 Paul Weiske, Rimbach
46 Andreas Beth, Lampertheim
47 Michael Krämer, Lorsch
48 Christoph Gärtner, Viernheim
49 Heiko Schäfer, Heppenheim
50 Marcus Reinhardt, Wald-Michelbach
51 Thomas Bittner, Lampertheim
52 Jakob Kühne, Zwingenberg
53 Michael Wecht, Rimbach
54 Rosemarie Cohausz, Heppenheim
55 Katja Boeddinghaus, Bensheim
56 Erich Ballmann, Wald-Michelbach
57 Jens Becker, Heppenheim
58 Tobias Fischer, Bensheim
59 Joachim Eichhorn, Bürstadt
60 Clara Boeddinghaus, Bensheim
61 Jens Ommer, Zwingenberg
62 Dr. Christoph Himmel, Lorsch
63 Bärbel Otto-Gärtner, Wald-Michelbach
64 Hella Dernier, Bensheim
65 Aaron Gilb, Bensheim
66 Rainer Eg, Heppenheim
67 Wilfried Karpowski, Rimbach
68 Anette Merke, Bensheim
69 Johannes Handwerk, Rimbach
70 Nicolas Götz, Bürstadt
71 Wolfgang Köhne, Zwingenberg
72 Nicole Zettl, Hirschhorn
73 Jascha Hausmann, Bensheim
74 Winifred Hörst, Heppenheim

Christopher Hörst, Vorsitzender der Liberalen des Kreises Bergstraße, versprühte bei der Kreismitgliederversammlung in Heppenheim Optimismus …

… und schwor seine Partei auf den Kommunalwahlkampf 2026 ein. Fotos: Pressedienst FDP Bergstraße













