Bergsträßer Arbeitsgruppe fordert neues Sicherheitskonzept
Pressedienst AG Sicheres Zwischenlager Biblis
BERGSTRASSE / BIBLIS. – „Der Stromausfall infolge eines offensichtlich linksextremistischen Anschlags im Südwesten Berlins macht unserer Auffassung nach deutlich, dass kritische Infrastruktur besser geschützt werden muß.“
Dieser Meinung ist jedenfalls die Bergsträßer Arbeitsgruppe (AG) >Sicheres Zwischenlager Biblis< um ihren Sprecher Rainer Scheffler. Die AG organisiert seit 2023 in Kooperation mit der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) und örtlichen Partnern im Kreis Bergstraße Dialogveranstaltungen zur verlängerten Zwischenlagerung von hochradioaktivem wärmeentwickelndem Atommüll.
„Wir sind keine politische Gruppierung“ betont die Arbeitsgruppe. „Wir wollen gemeinsam mit der BGZ interessierten Bürgern die Möglichkeit geben, sich wissenschaftsorientiert und faktenbasiert zu informieren und zu diskutieren. Immerhin stehen im Standort-Zwischenlager Biblis 108 Castorbehälter samt hochradioaktivem Inventar. Bundesweit sind es rund 1.900 Castoren mit etwa 10.700 Tonnen Material.“
Ein Endlager-Standort werde offiziell erst 2074 festgelegt. Allerdings laufe die aktuelle Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager in Biblis im Mai 2046 aus. Grund für die Arbeitsgruppe, schon jetzt mit interessierten Bürgern über Anforderungen für eine verlängerte Genehmigung zu sprechen.
Dabei sieht die AG weniger Probleme in Bezug auf anlageninterne Risiken, wenn alle Regeln und sicherheitstechnischen Maßnahmen konsequent eingehalten werden. AG-Sprecher Rainer Scheffler: „Gravierende Sicherheitsrisiken liegen für uns insbesondere bei Einwirkungen von außen (sog. EVA´s) bzw. Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen Dritter (sog. SEWD´s).
Allerdings haben wir erhebliche Zweifel, ob Standort-Zwischenlager vor dem Hintergrund modernster Waffentechnik (Drohnen etc.) ausreichend Schutz bieten. Hinzu kommt: Es gibt bundesweit keine einheitliche Bauweise für die Lagerhallen der Castoren.
In Biblis etwa wurde nach dem WTI-Prinzip mit einer Deckenstärke von 55 cm gebaut (WTI = Wissenschaftlich-Technische Ingenieurberatung GmbH) gebaut, während etwa das Gebäude in Brunsbüttel nach dem STEAG-Prinzip mit 130 cm Deckenstärke errichtet wurde. (STEAG = ursprünglich Steinkohlen-Elektrizität AG, jetzt ein Firmen-Konsortium.
Zwar wurden nach den Terrorangriffen in den USA im September 2001 auch in Deutschland „Härtungsmaßnahmen“ durchgeführt, etwa durch zusätzliche Wände. Allerdings dürfen derartige Maßnahmen nicht das Trockenlager-Prinzip der Zwischenlager beeinträchtigen. Die wärmeabgebenden Castoren werden durch Luftzirkulation mithilfe von Lüftungsschlitzen in der Decke und im oberen Bereich der Seitenwände gekühlt.“
Die AG indes läßt keinen Zweifel daran, dass sie das Prinzip der verlängerten Zwischenlagerung befürwortet, das von einem Forschungsprogramm der BGZ mit internationaler Beteiligung begleitet wird. Es gehe auch nicht um Panik machen, so die Arbeitsgruppe, sondern darum, die Warnungen der Politik vor der aktuellen Bedrohungslage ernt zu nehmen und ein Konzept für einen deutlich verbesserten Schutz vor bewaffneten Eingriffen von außen zu entwickeln.











