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Zwei Publikationen eröffnen Gesamtschau auf Schloss Erbach und seine Geschichte

Glanzstücke – Deutsches Elfenbeinmuseum Schloss Erbach. Foto: © SG + Hirmer Verlag

Dr. Susanne Király

ERBACH. – Bei einem Pressetermin im Schloss Erbach haben die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG) zwei wissenschaftlichen Publikationen präsentiert, die sich dem bedeutenden kulturellen Erbe des Schlosses Erbach widmen: Die Bände „Kosmos Schloss Erbach. Sammeln als fürstliche Passion“ (Nünnerich-Asmus Verlag) und „Glanzstücke. Deutsches Elfenbeinmuseum Schloss Erbach“ (Hirmer Verlag) vermitteln eine umfassende Gesamtschau auf einen der bedeutendsten Sammlungs- und Museumsstandorte Hessens.

„Schloss Erbach ist weit mehr als eine historische Residenz. Mit den Gräflichen Sammlungen und dem Deutschen Elfenbeinmuseum bewahrt es ein kulturelles Erbe von herausragender Bedeutung, das wir mit diesen beiden Publikationen wissenschaftlich erschließen und zugleich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen“, so Volker Gilbert, stellvertretender Direktor der SG.

Die kulturhistorische Bedeutung des Schlosses geht maßgeblich auf Graf Franz I. zu Erbach-Erbach (1754–1823) zurück. Als leidenschaftlicher Sammler und aufgeklärter Landesherr schuf er hier einen einzigartigen Kosmos aus Kunst, Antike, Naturgeschichte und Kunsthandwerk, der bis heute nahezu vollständig erhalten ist und Schloss Erbach zu einem besonderen Zeugnis fürstlicher Sammlungskultur macht.

Der zweisprachige Tagungsband „Kosmos Schloss Erbach. Sammeln als fürstliche Passion“ bündelt die Ergebnisse der interdisziplinären Fachtagung, die 2023 im Schloss Erbach stattfand. Auf 436 Seiten beleuchten renommierte Fachleute die Sammlungen Graf Franz‘ I. aus kunsthistorischer, kulturwissenschaftlicher und historischer Perspektive und ordnen sie in den europäischen Kontext fürstlicher Sammel- und Residenzkultur ein.

Die reich bebilderte Publikation dokumentiert den aktuellen Forschungsstand und schafft zugleich eine wichtige Grundlage für die weitere wissenschaftliche Erschließung des Erbacher Sammlungskosmos.

Kosmos Schloss Erbach. Foto: © SG + Nünnerich-Asmus Verlag

Der Katalog „Glanzstücke. Deutsches Elfenbeinmuseum Schloss Erbach“ widmet sich den Höhepunkten der Elfenbeinsammlung. Erstmals werden herausragende Werke vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die Moderne mit neuen Fotografien und wissenschaftlichen Beiträgen gemeinsam vorgestellt. Zu den vertretenen Künstlern zählen unter anderem Otto Glenz, Ferdinand Preiss, Karl Schmidt-Rottluff und Jan Holschuh.

Die meisterhaft gearbeiteten Objekte dokumentieren die mehr als 200-jährige Tradition der Elfenbeinschnitzkunst im Odenwald, die auf die Förderung durch Graf Franz I. zurückgeht. Der Band wurde konzipiert und erarbeitet von Edda Behringer-Roßwinkel und Marie Christin Lieberum, die Veröffentlichung unterstützte der Verein der Freunde und Förderer des Deutschen Elfenbeinmuseums Schloss Erbach e. V.

„Die beiden Publikationen ergänzen sich auf ideale Weise“, sagt Dr. Katharina Bechler, Leiterin des Fachgebiets Museen und Sammlungen der SG. „Während der Tagungsband den historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Kontext des Erbacher Sammlungskosmos erschließt, richtet der Katalog den Blick auf herausragende Einzelwerke. Gemeinsam machen sie die Vielfalt und internationale Bedeutung der Sammlungen sichtbar.“

Beide Bände richten sich gleichermaßen an Fachleute wie an kulturinteressierte Leserinnen und Leser und tragen dazu bei, Schloss Erbach als einen der außergewöhnlichsten Sammlungsorte Europas noch stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Wir geben Geschichte Zukunft

Seit 80 Jahren erhalten, erforschen und betreuen die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen 48 einzigartige Zeugnisse der Landesgeschichte – ehemalige fürstliche Residenzen, Orte der Klosterkultur, Ensembles der Gartenkunst und viele einzelne Denkmale.

Ziel unserer Arbeit ist es, Menschen für die Zeugnisse der Vergangenheit zu begeistern und ihnen Raum für Erleben, Inspiration und Rekreation zu bieten. Wir tragen dazu bei, dass Kulturdenkmale als historische Orte kulturelle Identität stiften, Orientierung geben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

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