Mit Feuereifer im Einsatz für junge Retter: Björn Habel mit seinen Schützlingen der Jugendfeuerwehr des Bibliser Ortsteils Wattenheim.
Björn Habel investiert seine Freizeit voll und ganz in den Nachwuchs der örtlichen Feuerwehr
Pressedienst BGZ
BIBLIS. – Ein ganzes Wochenende ohne Termine? Für Björn Habel kaum vorstellbar. Der 22-Jährige investiert seine Freizeit voll und ganz in den Nachwuchs der örtlichen Feuerwehr. Ohne das ehrenamtliche Engagement von Habel und seinem Team wären weder Kinonacht noch Zeltlager mit rund 800 Jugendlichen pro Jahr möglich.
So sorgen die Retter rund um Habel, der als IT-Sicherheitsbeauftragter bei der BGZ in Biblis arbeitet, nebenbei dafür, dass das Dorfleben Wattenheims auch für die Jugend etwas zu bieten hat.
Das Dorf lässt Björn Habel nicht los. Im Bibliser Ortsteil Wattenheim ist er aufgewachsen und zur Schule gegangen. Hier hat er laufen gelernt, Freunde fürs Leben gefunden – und seine Passion fürs Ehrenamt. Das Wirtschaftsinformatik-Studium führte ihn nach Frankfurt, danach kehrte er zurück.
Mit acht Jahren begleitete er einen Schulfreund erstmals zum Treffen der Jugendfeuerwehr in seinem Heimatdorf. Er blieb. Und das Feuerwehrgerätehaus wurde zu seiner zweiten Heimat. „Hier gibt’s echte Gemeinschaft, das finde ich klasse“, sagt Björn Habel und lächelt.
Außerdem ist ihm der gesellschaftliche Aspekt des ehrenamtlichen Engagements im Bereich Katastrophenschutz wichtig. „Man kann etwas zurückgeben“, sagt der 22-Jährige. „Die Leute rufen uns ja nicht, wenn es ihnen gut geht.“
Diese Werte will Björn Habel nicht nur leben, sondern auch weitergeben. Als Jugendwart kümmert er sich um die aktuell neun Nachwuchskräfte der Wattenheimer Wehr. Insgesamt besteht sie aus 25 Aktiven. Einmal in der Woche treffen sich die 10- bis 17-Jährigen mit Habel und seinem Betreuerteam zum Training.
„Es geht darum, zu vermitteln, wer was macht im Einsatz.“ Vom Herstellen der Wasserversorgung über das Management der Schläuche bis zum Löschen selbst. Jeder Trupp ist wichtig – und jeder Retter muss im Einsatz wissen, wo er gebraucht wird.
Und dann muss es schnell gehen. Aber auch für andere Aktivitäten rückt die Jugendgruppe aus – vom Besuch im Kletterpark bis zur Kinonacht. Immer in der ersten Reihe der Organisatoren: Björn Habel.
Das gilt auch für den Höhepunkt des Jahres: Beim großen Zeltlager kommen die Nachwuchskräfte aller Feuerwehren aus dem Kreis Bergstraße zusammen. 1.000 Jugendliche in insgesamt 87 Wehren zählt der Verband, rund 800 treffen sich jeden Sommer vier Tage lang zum Campen, der Ort wechselt jährlich.
„Dort bin ich dann immer richtig stark eingebunden“, erzählt Björn Habel. Früher war er selbst Übernachtungskind, nun ist er einer der hauptverantwortlichen Betreuer. Seit 45 Jahren gibt es das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr schon, Traditionen wollen gepflegt werden.
Dafür braucht es Menschen wie Björn Habel. Und gute Rahmenbedingungen. Der 22-Jährige, der seit März 2025 als IT-Sicherheitsbeauftragter bei der BGZ am Standort Biblis arbeitet, freut sich, dass das bundeseigene Unternehmen „so feuerwehrfreundlich ist“.
Für Einsätze – rund 100 waren es für die Wattenheimer Rettungskräfte im Jahr 2024 – werde er jederzeit freigestellt. Viele BGZ-Mitarbeitende sind in Freiwilligen Feuerwehren aktiv. Auch für das große Zeltlager gewährt die BGZ Björn Habel arbeitsfreie Zeit, um seinem ehrenamtlichen Engagement nachzugehen.
Dieser Termin ist für viele Jugendliche mit Aufregung verbunden. Denn im Rahmen des Camps werden Leistungsabzeichen für die 15- bis 17-jährigen Teilnehmenden vergeben. Höchste Auszeichnung: die Leistungsspange.
Dafür üben Habel und die weiteren Ehrenamtlichen bereits ein fast halbes Jahr vorher zweimal pro Woche mit den Jugendlichen. Gefragt sind einerseits Kenntnisse aus dem Rettungswesen. „Jeder Knick im Löschschlauch gibt Punktabzug“, erläutert Habel.
Aber sportliche Leistungen, unter anderem beim Kugelstoßen und Staffellauf, und theoretisches Wissen zählen ebenfalls. „Auch Allgemeinwissen wird abgefragt“, ergänzt der 22-Jährige. Den Namen des Bundesinnenministers sollten die Jugendlichen schon kennen.
Wer beim Leistungsabzeichen sehr gut abschneidet, darf früher, also schon vor dem 18. Geburtstag, mit der Grundausbildung und den Lehrgängen für den Einstieg in den aktiven Dienst beginnen. Das motiviert.
Habel selbst startete 2020, also mit 17 Jahren, in den aktiven Feuerwehrdienst. Drei Jahre später kam das Amt als Jugendwart hinzu, seit rund zwei Jahren fungiert er bei der Kreisjugendfeuerwehr zusätzlich als Sachgebietsleiter für die Themen Öffentlichkeitsarbeit und IT.
„Ein freies Wochenende gibt’s bei mir kaum“, sagt der Wattenheimer. „Aber es macht mir ja auch Spaß.“ Denn wenn er eines seit seinem Dienstbeginn in der Freiwilligen Feuerwehr vor 14 Jahren gelernt hat: „Diese Kontakte halten ein ganzes Leben.“

Björn Habel engagiert sich mit Unterstützung seines Arbeitgebers im Ehrenamt voll und ganz bei der Jugendwehr seines Heimatortes Wattenheim.

Mit Stolz blickte die Freiwillige Feuerwehr Wattenheim im vergangenen Jahr auf ihre 75-jährige Geschichte zurück. Ebenso stolz ist die Wehr auf ihre Nachwuchsabteilung für die sich Björn Habel unentwegt einsetzt. Fotos: Pressedienst BGZ










