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Trauer um Ehrenstadtverordnetenvorsteher Franz Treffert

Der langjährige Bensheimer Stadtverordnetenvorsteher Franz Treffert ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Foto: Dietmar Funck

Pressedienst Bensheim

BENSHEIM. – Die Stadt Bensheim trauert um ihren Ehrenstadtverordnetenvorsteher Franz Treffert, der im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert die Stadt eine prägende Persönlichkeit des kommunalpolitischen Lebens, einen Menschen mit großem Pflichtbewusstsein, ausgleichendem Wesen und tiefer Verbundenheit zu seiner Heimatstadt.

Franz Treffert wurde in Bensheim geboren und wuchs in der Wormser Straße auf, wo sein Vater ein Kolonialwarengeschäft führte. Nach der Schulzeit lernte er zunächst den Beruf des Elektrikers. Doch sein Wissensdurst führte ihn weiter: Mit 19 Jahren besuchte er das Abendgymnasium in Darmstadt und schlug schließlich den Weg in den Schuldienst ein.

Als Fachlehrer für Elektrotechnik und Deutsch unterrichtete er zunächst an der städtischen Berufsschule in Offenbach, später auch in Bensheim und schließlich bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2005 an der Berufsschule in Lampertheim. Vielen jungen Menschen vermittelte er nicht nur Fachwissen, sondern auch Werte wie Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Sein politisches Engagement begann früh. Bereits 1972 trat er in die CDU ein. 1989 wurde er in die Bensheimer Stadtverordnetenversammlung gewählt. Vier Jahre später, 1993, übernahm er das Amt des Stadtverordnetenvorstehers – ein Amt, das er bis 2011 mit großer Hingabe ausübte.

Achtzehn Jahre lang stand er damit an der Spitze des Stadtparlaments, länger als jeder seiner Vorgänger. Dreimal wurde er ohne Gegenkandidaten einstimmig wiedergewählt – ein eindrucksvoller Beleg für das Vertrauen und die Wertschätzung, die er über Parteigrenzen hinweg genoss.

Treffert hatte außerdem von 1997 bis 2011 einen Sitz im Ortsbeirat West und war drei Jahre lang Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses. Er wirkte in verschiedenen Kommissionen mit und engagierte sich unter anderem als Vertreter in der Verbandsversammlung des damaligen Abwasserverbands Mittlere Bergstraße.

Franz Treffert verstand sein Amt vor allem als Dienst an der Stadt und ihren Bürgern. Mehr als tausend Termine nahm er in diesen Jahren wahr, repräsentierte Bensheim bei vielen Veranstaltungen und pflegte die Kontakte zu den Partnerstädten Beaune, Riva, Amersham, Hostinné, Mohács und Klodzko. Zu den besonderen Erinnerungen seines Wirkens gehörte eine Begegnung mit dem damaligen sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow und dessen Ehefrau Raissa im Jahr 1994.

„Wer mit ihm zusammenarbeitete, schätzte seine ruhige, verbindliche Art. Gleichzeitig vertrat er stets seine eigene Überzeugung. Damit wurde er zu einem verlässlichen Garanten für einen respektvollen und fairen Umgang im politischen Miteinander“, verdeutlichen Bürgermeisterin Christine Klein und Erster Stadtrat Frank Daum.

Als er 2011 mit Vollendung seines 70. Lebensjahres auf eigenen Wunsch nicht mehr kandidierte, würdigte die Stadtverordnetenversammlung seine Verdienste mit der Ernennung zum Ehrenstadtverordnetenvorsteher. Für seinen großen Einsatz für das Gemeinwesen wurde ihm 2015 zudem das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Neben Politik und Beruf spielte sein Glaube eine wichtige Rolle in seinem Leben. Als überzeugter Katholik engagierte sich Franz Treffert schon früh in der kirchlichen Jugendarbeit, als Messdiener, Leiter einer Pfarrjugendgruppe, später als Kommunionhelfer sowie in verschiedenen kirchlichen Gremien. Auch in der Kolpingfamilie und im Dekanatsrat übernahm er Verantwortung.

„Mit Franz Treffert verliert Bensheim einen Menschen, der unsere Stadt über viele Jahre mit ruhiger Hand, Besonnenheit und großer Hingabe geprägt hat. Sein Wirken bleibt unvergessen“, betonen Christine Klein und Frank Daum.

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