>WEDER LINKS NOCH RECHTS, SONDERN ENTSETZT< zeigten sich rund 50 Demonstranten der Initiative FreiEinig auf dem Weg zum Hambacher Schloss vor allem über die Ursachen und Hintergründe des gerichtlichen Verfahrens gegen die Offenburger Ärztin und Musikerin Perin Dinekli.
Unterstützung für angeklagte Ärztin Perin Dinekli
Katja Knoch
NEUSTADT / WEINSTRASSE. – Auf dem Hambacher Schloss fand am Samstag, 15. November, eine Kundgebung statt, mit der die Initiative FreiEinig auf das anstehende Berufungsverfahren der Ärztin und Musikerin Perin Dinekli aufmerksam machte.
Die Medizinerin steht vor dem Landgericht Offenburg wegen des Vorwurfs, „unrichtige Gesundheitszeugnisse“ während der Coronapandemie „in 6 Fällen“ ausgestellt zu haben. Das Verfahren wurde ausgelöst durch die Anzeige einer Offenburger Aktivistin im Jahr 2020 mit Hilfe eines Täuschungsmanövers.
Nachdem Dinekli in erster Instanz vom Amtsgericht Offenburg Im Dezember 2023 verurteilt worden war, legte sie Berufung ein. Die nächsten Verhandlungstermine wurden nun von Ende November auf Ende März 2026 verlegt. Im Raum steht eine mögliche Gefährdung ihrer Approbation.
Die Veranstaltung am Hambacher Schloss begann um 13 Uhr mit einem Marsch vom Parkplatz Dammstraße, den Perin Dinekli mit Gitarre musikalisch begleitete. Gemeinsam sang sie mit den Teilnehmern – in Dauerschleife und diversen Sprachen – das Lied „Wir hör’n nicht auf“, das klar macht, dass die Aktivisten für Freiheit, Frieden und Menschlichkeit so lange auf die Straße gehen werden, bis es eine gesellschaftliche und gerichtliche Klärung und Aufarbeitung gibt.
Ab 14 Uhr gab es dann am Hambacher Schloss abwechselnd Musik von Perin Dinekli und mehrere Redebeiträge – an diesem Tag ausschließlich von Frauen. Knapp 50 Aktivisten waren dem Aufruf gefolgt; viele weitere waren bereits auf anderen zeitgleichen Friedensmahnwachen oder beim wichtigen Treffen des ZAAVV gebunden – einem Zusammenschluss, der sich für die Aufarbeitung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgrund der Corona-Maßnahmen einsetzt.
Die erste Ansprache erinnerte daran, dass während der Coronazeit zahlreiche Ärzte zu Unrecht ins Visier strafrechtlicher Ermittlungen geraten seien – und dass diese Vorwürfe bis heute nicht offiziell zurückgenommen wurden, obwohl inzwischen umfangreiche Hinweise auf die begrenzte Wirksamkeit der damaligen Maßnahmen und deren politische Einflussfaktoren vorliegen (u. a. dokumentiert in den RKI-Files).
Neben der Offenburger Ärztin Dinekli zählen weitere Mediziner zu den Betroffenen, darunter aus der Metropolregion Rhein-Neckar die Weinheimer Ärztin Dr. Monika Jiang.
Danach schilderte Dinekli ihre persönlichen Erfahrungen: die Denunziation und Anzeige im Jahr 2020, die darauf folgende polizeiliche Durchsuchung ihrer Praxis mit Beschlagnahmung sensibler Patientendaten, eine Festnahme in Bad Dürkheim, Kontosperrungen, die Anklage und die tiefgreifenden Auswirkungen auf ihr Leben. Weitere Informationen und Hinweise zu ihrer Unterstützung finden sich bei FreiePresse.news.
Anschließend sprach die Initiatorin von FrauenLaufen, die maßgeblich an der Organisation der Kundgebung beteiligt war. Die Initiative entstand im Frühjahr 2025 und trat erstmals Ende Juni bei der Friedensdemonstration „Stopp Ramstein“ in Kaiserslautern öffentlich auf.
FrauenLaufen setzt sich für den Schutz von Frauen, Kindern und auch ihren Männern ein. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie unsere Kinder und Männer kriegstüchtig gemacht werden. Und wir akzeptieren nicht, dass Frauen und Kinder, die Gewalt erfahren haben, zusätzlich durch Behörden und Justiz belastet werden, während Täter verharmlost und Missstände medial als ‚normal‘ dargestellt werden“, erklärte die Rednerin.
In einer weiteren Ansprache, welche die Rolle von Frauen als verbindende und dialogbildende Kraft in gesellschaftlichen, männlich dominierten Spannungszeiten fokussierte, wurden die Frauen-Netzwerke Mütter der neuen Zeit und Mütter für Frieden vorgestellt.
Die Mütter der neuen Zeit bieten ein Beratungs- und Unterstützungsnetzwerk im deutschsprachigen Raum vor allem für junge, verunsicherte Mütter – die Mütter für Frieden stehen ebenso wie Frauen laufen für Frieden und den Schutz ihrer Söhne und Töchter und sagen nein zu Wehrpflicht und Kriegstüchtigkeit.
Die veranstaltende Initiative FreiEinig lädt bereits heute zum nächsten großen Ereignis ein: Pfingsten 2026, am 24. und 25. Mai, findet – wie seit 2024 jährlich – das große Hambacher Fest in Neustadt an der Weinstraße statt, mit dem traditionellen Marsch zum Hambacher Schloss am Sonntag und einem „Tag der Initiativen“ am Montag.
Erstmals schließt sich in diesem Jahr ein großer Freiheitslauf vom Hambacher Schloss nach Berlin an: in 27 Etappen über rund 640 Kilometer, vom 26. Mai bis zum 25. Juni. Weitere Infos auf: www.freiheitslauf.de
Über „Frei Einig“
„Frei Einig“ ist eine überparteiliche Bürgerinitiative, die sich für eine basisdemokratische Weiterentwicklung Deutschlands auf Grundlage des Grundgesetzes sowie für den Schutz von Freiheit, Wahrheit, Frieden und Rechtsstaatlichkeit einsetzt.
Die Aktionen sollen einen konstruktiven Impuls setzen – als bewusster Gegenakzent zu einer Politik, die viele Menschen als von Angst, Kontrolle und Destruktivität geprägt erleben. Im Rahmen des „Hambacher Bundes“ haben sich zahlreiche Bürger und Initiativen zusammengeschlossen, um diese Ziele gemeinsam zu verfolgen.
Das Hambacher Schloss dient dabei als historischer Symbolort für demokratische Verantwortung und gesellschaftliches Engagement der Bürger – nicht als Objekt politischer Vereinnahmung, sondern als Inspiration, unsere Zukunft aktiv, friedlich und menschlich mitzugestalten. Weitere Infos unter: https://freieinig.de/

Die Ärztin und Musikerin Perin Dinekli begleitete den Demonstrationszug zum Hambacher Schloss vokal und instrumental.

Die Demonstrationsgruppe vor dem Hambacher Schloss.

Mit dem Lied „Wir hör’n nicht auf“ richteten die Demonstranten in Neustadt/Weinstraße ihren Blick auf Frieden und Gerechtigkeit. Fotos: Pressedienst FreiEinig













