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Dekanat kündigt Betriebsvertrag für die Kita >Kleine Arche< in Richen

Die Kita >Kleine Arche< im Groß-Umstädter Stadtteil Richen steht vor der Schließung, nachdem das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald den Betriebsvertrag mit der Stadt wegen massiver baulicher Mängel gekündigt hat. Foto: Pressedienst Evangelisches Dekanat Vorderer Odenwald

Bauliche Mängel zwingen Evangelische Kirche zu drastischen Maßnahmen

Silke Rummel

RICHEN. – Der Trägervorstand der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft der Kindertagesstätten (GüT) im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald hat in seiner Sitzung am 22. Dezember 2025 auf Wunsch der Kirchengemeinde Richen entschieden, den Betriebsvertrag mit der Stadt Groß-Umstadt für die evangelische Kindertagesstätte „Kleine Arche“ in Richen zu kündigen.

Die Kündigung ist der Stadt fristgerecht zum Jahresende zugegangen. Danach ist die GüT verpflichtet, den Betrieb noch ein Jahr lang aufrecht zu erhalten.

Hintergrund der Kündigung sind massive bauliche Mängel, die einen Weiterbetrieb der Kita über das Jahr 2026 hinaus unmöglich machen. Um das Dekanat Vorderer Odenwald und die Kirchengemeinde Richen vor finanziellen Risiken zu schützen, hat sich der Trägervorstand vorsorglich zur Kündigung entschieden.

„Der Stadt Groß-Umstadt ist seit Jahren bekannt, dass sich die Gebäude der Kita Kinderzeit in Groß-Umstadt und der Kita Kleine Arche in Richen in einem schlechten baulichen Zustand befinden. Ein Neubau in der St. Péray-Straße sollte Abhilfe schaffen.

Da die Stadt diesen Neubau nun nicht mehr umsetzen will, sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen“, sagt die stellvertretende Dekanin und Vorsitzende des Trägervorstands Evelyn Bachler. Die Kirchengemeinde ihrerseits hatte einen Neubau stets ausgeschlossen.

Abplanung des Neubaus gab den Anstoß

Im November hatte das Stadtparlament einstimmig entschieden, im Haushalt 2026 keine Mittel für den fünfgruppigen Neubau in der St. Péray-Straße einzustellen, da laut Bürgermeister René Kirch der Bedarf an Kita-Plätzen in der Stadt zurückgeht. In dem Neubau sollten die Kinder aus der Kita Kinderzeit und aus der Kleinen Arche ein neues Domizil finden – so war es zwischen Stadt Groß-Umstadt und Dekanat Vorderer Odenwald vereinbart.

Der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Richen hat nach dem Beschluss des Stadtparlaments einen Brandbrief an den Trägervorstand der GüT geschrieben und mitgeteilt, dass die „baulichen Herausforderungen die Möglichkeiten der Kirchengemeinde bei Weitem übersteigen“. Weiter heißt es: „Der Kirchenvorstand sieht sich nicht in der Lage, die Mittel aufzubringen, die einen sicheren Fortbestand der Kita gewährleisten.“

Die Stadt konnte das Gebäude die ganzen Jahre über mietfrei nutzen und zahlte lediglich einen Betriebskostenzuschuss. Durch den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz oder Kindergartenplatz sind die Kommunen in der Pflicht, diese bereitzustellen.

Seit Jahren gibt es in der Kleinen Arche Probleme mit der Statik, beim Brand- und beim Blitzschutz. Seit fünf Jahren sind Legionellen in den Wasserleitungen – obwohl bauliche Maßnahmen in Höhe von mehr als 40.000 Euro vorgenommen wurden.

„Die Stadt Groß-Umstadt und alle kirchlichen Stellen waren stets informiert und bei der Beauftragung aller Maßnahmen involviert“, sagt Evelyn Bachler.

Die Kita ist in evangelischer Trägerschaft. Die Kirchengemeinde hat vor mehr als 51 Jahren die Kita Kleine Arche auf dem gemeindeeigenen Gelände der Dresdner Straße in Richen gegründet und viel Eigenleistung und eigene Mittel einfließen lassen.

Dort befindet sich auch das evangelische Gemeindehaus, das mit der Kita baulich verbunden ist. In der Kita sind zurzeit 54 Kinder untergebracht. 17 Beschäftigte arbeiten in Teil- und Vollzeit. Wie es mit den Mitarbeitenden und den Kita-Plätzen 2027 weitergeht, dazu laufen persönliche Gespräche. Evelyn Bachler: „Wir hoffen auf eine gemeinsame Lösung mit der Stadt.“

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