Interview mit dem Vorsitzenden der Heppenheimer Wirtschaftsvereinigung Christopher Hörst zur AutoMobil-Schau in der Bergsträßer Kreisstadt
mk-Presse
Wie sehr hat sich die Rolle der Veranstaltung in den letzten Jahren verändert?
Die Autoschau war vor Corona ein Selbstläufer. Nach Corona haben es sowohl die Automobilindustrie wie auch das Ehrenamt und Veranstaltungsorganisatoren erheblich schwerer.
Wir managen ja als Organisationsteam ehrenamtlich diese Veranstaltung. Obgleich vor allem auch individuelle Mobilität nach meinem Dafürhalten so aktuell wie nie ist, werden die Rahmenbedingungen für jeden anspruchsvoller.
Autohäuser haben es mit einer schwierigen Marktlage zu tun, Verbraucher mit immens gestiegenen Energiepreisen. Dennoch haben sich Distanzen nicht verringert, Bedarfe nach Transport von A nach B besehen fort. Öffentliche oder Kollektivangebote gibt es nicht oder sind nicht praktikabel.
Was soll eine moderne Mobilitätsmesse leisten und was soll sie darstellen?
Mobilität ist sichtbare Lebensrealität. Das Leben ist vielfältig, die Menschen haben Notwendigkeiten und Bedürfnisse und daher sollte eine Mobilitätsmesse auch für jeden etwas bereit halten.
Heppenheim hat sich mit der Autoschau einen Namen gemacht. Könnte sie ein Modell für andere Städte sein, wie man Innenstadt, Handel und Zukunftsthemen klug
verknüpft?
Wir versuchen seit Jahrzehnten solche Veranstaltungen in der Stadtmitte stattfinden zu lassen. Der Marktplatz der Vergangenheit war all das: Warentausch, Informationstausch, Erlebnis und Treffpunkt. Die Innenstädte von heute sollten dafür wieder belebt werden. Insofern ist das, was wir hier machen, durchaus Modellhaft zur Reaktivierung von Innenstädten.
Sie setzen stark auf Begegnung. Wäre nicht auch ein „Dialog-Forum Mobilität“ denkbar – mit Bürgern, Start-ups, Politik?
Ja, selbstverständlich, auch daran haben wir schon oft gedacht. Leider fehlen uns dafür die zeitlichen und organisatorischen Kapazitäten. Denn solch ein Forum, will es professionell vorbereitet und durchgeführt werden, bindet enorme Kräfte. All dies können wir neben Beruf, Familie und anderem ehrenamtlichen Engagement nicht leisten.
Wie sieht die Autoschau im Jahr 2035 aus – mit Drohnen, autonomem Shuttle und 3D-Fahrzeugkonfigurator in der Fußgängerzone?
Wenn es solche ehrenamtlich organisierten Veranstaltungen noch gibt, ja, alles, was in Zukunft Mobilität ausmacht und darstellt, kann in Zukunft Platz finden und durch eine Automobobilschau in die Öffentlichkeit kommen.











