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Odenwälder Dorftreff Olfen beschäftigte sich mit dem Weg zum Mond

Der Weg zum >Mann im Mond< wurde beim jüngsten Olfener Dorftreff sach- und fachkundig aufgezeigt.

Prof. Jan Wörner trug mit einer faszinierenden Power-Point-Präsentation sein Wissen und seine direkten Erfahrungen über die Weltraumforschung vor

 HS

OLFEN. – Im vollen Gastraum hatte eingangs Horst Schnur mit „Der Mond ist aufgegangen“ und „Guter Mond, du gehst so stille“ die Gäste des Olfener Dorftreffs begrüßt und auch den „Mann im Mond“ erwähnt. Die Erwartungsspannung im dicht besetzten Saal im Olfener „Spälterwald“ war zu spüren, als Professor Jan Wörner mit einer faszinierenden Power-Point-Präsentation sein Wissen und seine direkten Erfahrungen über die Weltraumforschung vortrug.

Prof. Dr. Jan Wörner erläuterte mit einer faszinierenden Powerpoint-Präsentation sein Wissen rund um die Weltraumforschung.

Zur Person Jan Wörner muss man wissen, dass er von 1995 bis 2007 Präsident der TU Darmstadt war und sie zur ersten autonomen Universität Deutschlands mit weitgehenden Freiheitsrechten der Selbstverwaltung führte, wodurch ein weltweites Netzwerk in Forschung und Lehre entstand.

2007 folgte er dem Ruf zum Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bis 2015 bündelte er die Tätigkeitsfelder vieler Institute. Dadurch entstand ein weltweit führendes Kompetenzzentrum für Weltraumforschung, optische Sensorsysteme und deren Einsatz in der Planetenforschung, Erdbeobachtung und Sicherheit.

Von 2015 bis 2021 bekleidete Wörner das Amt des Generaldirektors der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) mit Amtssitz in Paris. Seine Amtszeit gilt allgemein als sehr erfolgreich. Die ESA ist eine internationale Organisation 23 europäischer Staaten für die Koordinierung und den Betrieb gemeinsamer Raumfahrtaktivitäten.

Die wichtigste Station ist in Darmstadt. Sie soll Europa technisch und politisch unabhängiger von den Raumfahrtnationen Sowjetunion und Vereinigte Staaten mit der NASA machen und das Weltraumprogramm der Europäischen Union stützen.

Mit dem profunden Wissen aus dieser weltweiten Arbeit konnte Wörner über die Geschichte der Raumfahrt vom russischen „Sputnik“, dem ersten Menschen „Gagarin“ im All erzählen und den Wettlauf um die Vorherrschaft mit Beginn des „kalten Krieges“. Eindrucksvoll und lebendig erzählte Wörner von Startsund Landungen auf dem Mond, ohne die besondere Qualität der Ausbildung deutscher Astronauten.

Drei Weltraumfahrer unter sich.

Hervorzuheben ist auch, dass bei der Mondmission Artemis II. die Raketenantriebe und Steuerungen in Deutschland gebaut wurden. Das Europäische Servicemodul (ESM) der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) wurde in Bremen zusammengebaut.

Jan Wörner wies auch auf den Nutzen der Raumfahrt hin. So hätten in der unbemannten Raumfahrt Raumsonden Monde und Planeten erforscht. Zahlreiche Vorteile und Anwendungen, die das tägliche Leben und die Wissenschaft beeinflussen, werden angewendet und weiterentwickelt.

Satelliten für Militär, Wissenschaft, Rundfunk, Meteorologie, Navigation und Navigationssysteme bieten Sicherheit und Wissen. Wissenschaft und Privatpersonen können frei auf Erdbeobachtungsprogramme zugreifen und auf Basis der Daten forschen, planen oder eigene Anwendungen entwickeln.

Viele Entwicklungen, die ursprünglich für Missionen ins All gedacht waren, haben Einzug in unseren Alltag gehalten, wie Akkuschrauber, feuerfeste Materialien für Einsatzkräfte oder der bekannte Memory-Schaum. Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus soll bis 2030 rund 35 Milliarden Euro für die europäische Wirtschaft bringen.

Wissen um die spannende Raumfahrt vermittelte der frühere Präsident der TU Darmstadt, Prof. Dr. Jan Wörner. Fotos: Traudel Schnur

Die Raumfahrt ist eine Schlüsseltechnologie für unsere Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie für Umwelt- und Klimafragen. Sie bietet enormes Wachstumspotenzial und sichert strategische Souveränität.

Mit frenetischem Beifall dankten die Zuhörer und stellten mit Interesse Fragen. Horst Schnur überreichte als Moderator das übliche essbare Honorar und schlug vor, Dosenwurst vom „Spälterwald“ beim nächsten Mondflug als Astronautennahrung mitzugeben und die Geschmacksverbesserung zu erforschen.

Beim nächsten Dorftreff am Dienstag, 30. Juni, wird Jürgen Poth, der Odenwälder Guggugg zu Gast sein beim Olfener Dorftreff.

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