„Hitzewelle: Krankenhaus, Pflegeeinrichtungen, Altenheime und Einrichtungen der Behindertenhilfe besonders schützenswert“
Pressedienst GRÜNE Odenwaldkreis
ODENWALDKREIS / ERBACH. – Vom 18. bis zum 29. Juni 2026 erlebte der Odenwaldkreis eine bisher nie gekannte extreme Hitzeperiode, die das gesamte Gesundheitssystem forderte. Deutschlandweit gab es allein zwischen dem 22. und 28. Juni laut neuen Zahlen des Robert Koch Instituts 4.310 hitzebedingte Todesfälle. Und schon ist nächste Hitzewelle im Anmarsch.
Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Odenwald wurde dieser Tage von besorgten Bürgern darauf angesprochen, ob das Krankenhaus, Pflegeeinrichtungen, Altenheime und Einrichtungen der Behindertenhilfe für solche Hitzewellen gewappnet sind, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Elisabeth Bühler-Kowarsch.
In verschiedenen Krankenhäusern in Hessen kam es zu flächendeckenden Überlastungen, Patienten lagerten stundenlang auf den Fluren überfüllter Notaufnahmen. Gleichzeitig traf die extreme Hitze vulnerable Gruppen in Pflegeeinrichtungen, Altenheimen und der Einrichtungen der Behindertenhilfe, während das Personal im gesamten Gesundheitswesen unter Bedingungen jenseits der Belastungsgrenzen arbeitete.
Diese Ereignisse zeigen, dass extreme Hitze eine akute Gefahr für die Funktionsfähigkeit der Versorgungs- und Pflegeinfrastruktur darstellt, so die Grünen.
Im Hitzeaktionsplan des Gesundheitsamtes des Odenwaldkreises heißt es dazu: „Vor dem Hintergrund des Klimawandels und dessen Folgen, ist der Schutz der menschlichen Gesundheit vor der schädigenden Wirkung von Hitze von äußerster Relevanz. Hitzeaktionspläne sind notwendig, um hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle in der Bevölkerung zu vermeiden“.
Die GRÜNEN stellen daher die dringende Frage, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Jonas Schönefeld, wie im Odenwaldkreis das Krankenhaus, Pflegeeinrichtungen, Altenheime sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe mit Verschattungen und Klimatisierungen nachgerüstet werden können bzw. dies bei Neubau/Neuanschaffungen berücksichtigt wird. Das Gesundheitszentrum Odenwald sei dabei ein zentraler Akteur.
Die schwarz-rote hessische Landesregierung sei der Auffassung: „Grundsätzlich ist es die Aufgabe jedes einzelnen Krankenhauses, sich auf widrige Umstände wie Hitze einzurichten“.
Wie das allerdings angesichts der geplanten Kürzungen im Krankenhaus-Bereich finanziert werden solle, bleibe ein Geheimnis der Landesregierung.
Die GRÜNEN sehen den Odenwaldkreis sowie seine Städte und Gemeinden gefordert, den Bürgern Plätze mit Aufenthaltsqualität zu schaffen und dazu Maßnahmen zur Flächenentsiegelung, Begrünung und Beschattung voranzutreiben. Öffentliche Trinkbrunnen würden in der Regel in den meisten Städten und Gemeinden des Kreises fehlen.
Das strategische Freihalten von Frischluftkorridoren stehe regelmäßig in Konflikt mit Bebauungsplänen und der Schaffung neuer Gewerbebetriebe. Wie wichtig die Forderung nach entsprechend intakten Grünflächen allerdings sei, zeige sich in diesen Tagen besonders, so die grüne Kreistagsfraktion.









