Roger Tietz, Erster Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister Michelstadts, tritt zur Bürgermeisterwahl am 4. April 2027 an. Foto: Klaus Mai
Der Erste Stadtrat und stellvertretende Bürgermeister hat „Lust auf Michelstadt“
Dr. Michael Hüttenberger
MICHELSTADT. – Freude und Erleichterung bei vielen Bürgern Michelstadts: Die Michelstädter und Vielbrunner SPD-Mitglieder nominierten in ihrer gemeinsamen Versammlung am Donnerstag, 10. September, im AWO-Mehrgenerationenhaus Roger Tietz einstimmig zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Michelstadt. Die Wahl findet am 4. April 2027 statt. Roger Tietz tritt als Kandidat der SPD an und wirbt parteiübergreifend um Stimmen, weil er sich, wie schon als erster Stadtrat, als Ansprechpartner für alle Michelstädter Bürger versteht.
Herausragendes Ergebnis bei der Kommunalwahl
Bei der Kommunalwahl im März dieses Jahres war Tietz mit 5.067 Stimmen das mit Abstand beste Einzelergebnis aller Kandidierenden parteiübergreifend gelungen. Daran knüpfte sich nicht nur bei den Genossen die Hoffnung, dass Roger Tietz sich als Bürgermeister zur Wahl stellen werde.
„Ich habe in den letzten fünfeinhalb Jahren als erster Stadtrat die Abläufe in der Verwaltung, der Gremien und des Parlamentes bestens kennengelernt und kann von daher sofort loslegen. Ich weiß genau, was auf mich zukommt, ich brauche keine 100 Tage Schonfrist“, so Tietz in seiner leidenschaftlichen Bewerbungsrede.
Sein Wirken als erster Stadtrat habe ihn in viele Bereiche und zu vielen Personen geführt. Aber vor allem habe er das Innenleben von Michelstadt kennengelernt, die Empfindungen, die Sorgen und die Nöte der Menschen und ihre Hoffnungen. Ganz besonders habe ihn überrascht und gefreut, wieviel positive Energie in dieser Stadt steckt.
„Ganz egal, ob das DRK, die Feuerwehr, der Förderkreis Historische Altstadt, die Skater, der Förderverein Schwimmbad Vielbrunn, die Sportvereine, die Karnevalisten, Gewerbe, Handel, Theater oder die AWO, alle versuchen in und mit ihren Möglichkeiten, ihr Bestes zu geben und setzen sich für ihre Sache und damit für unsere Stadt ein“, lobte der stellvertretende Bürgermeister.
Roger Tietz – ein Teamplayer
„Die Unterstützung all dieser Menschen ist mein erklärtes Ziel“, versprach Tietz, „als Zimmermann habe ich gelernt: man baut kein Haus allein. Es braucht immer ein Team. Deshalb werde ich viele brauchen bei den Aufgaben, die vor uns liegen.“ Michelstadt habe einen starken Magistrat, den er „auf jeden Fall mit Verantwortlichkeiten ausstatten werde“.
Zu den wichtigsten Akteuren in der Stadt gehören für ihn die Vereine. „Hier können wir die effektivste Jugendarbeit überhaupt leisten. In der Verwaltung wird es wieder einen festen Ansprechpartner geben, einen, der idealerweise auch bei Förderanträgen helfen kann.“
Vordringliche Aufgaben
Um die städtischen Liegenschaften will sich Tietz sofort kümmern. „Einen Teil werden wir verkaufen müssen, um den Rest sanieren zu können, auch, ganz wichtig, um sie energetisch zu sanieren. Denn der Kampf gegen die Hitze wird eine unserer großen Herausforderungen.
Wer bei 30 Grad im Büro sitzt, kann keine Leistung bringen, wer bei 30 Grad in einem Krankenbett liegen muss, kann nicht gesund werden. Deshalb ist Stadtbegrünung und Klimaschutz kein ‚nice to have‘ mehr, sondern absolute Notwendigkeit.“
Die zügige Entwicklung des Hitschler-Geländes gemeinsam mit der Eigentümerfamilie sehe er als eine seiner vordringlichsten Aufgaben. Die Odenwaldhalle solle in erster Linie den Vereinen, den lokalen Kulturgruppen und dem Gymnasium dienen.
Ob der Festplatz aufgehübscht werde, sei für ihn nicht entscheidend, denn er „funktioniere ja auch in seiner Hässlichkeit“. Eine schöne Eingangstür sei nicht zwingend notwendig, „erst muss das Haus dahinter in Ordnung gebracht sein“. Und vor allem, so Tietz, werde er „bei aller notwendigen Förderung der Kernstadt keinen Stadtteil im Stich lassen“.
Finanziell schwierigere Zeiten
Als Unternehmer sehe er „mit Schmerzen, dass wir an manchen Stellen Geld verbrennen“. Tietz möchte mit den Fachleuten in der Verwaltung die Mechanismen ändern, die zu diesem Missstand führen. „Die beste Sparmaßnahme, die es gibt, ist, dass Geld nicht unnütz ausgegeben wird.“
Denn obwohl Michelstadt im Vergleich zu anderen Kommunen im Odenwald finanziell noch sehr gut dastehe, „steuern wir ohne Zweifel auf finanziell schwierigere Zeiten zu“, führte der Erste Stadtrat in seiner Rede aus. „Das spüren auch die Menschen in unserer Stadt, aber das darf uns nicht lähmen, wir dürfen uns die Freude am Leben deshalb nicht nehmen lassen.“
Lust auf Zukunft, Lust auf Michelstadt
Seinen Wahlkampf werde er deshalb unter das Motto stellen: „Lust auf Zukunft, Lust auf Michelstadt. Denn bei dem, was zu tun ist, und das ist ’ne Menge, brauchen wir eine gehörige Portion Optimismus, um das alles zu wuppen.“
Vita
Roger Al Tietz, *1959 geboren und aufgewachsen in Calgary/Canada. Abitur im Ruhrgebiet, Lehre in Braunschweig. Von 1982-87 auf Tippelei, der traditionellen Walz der Handwerker. Über 30 Jahre Geschäftsführer der Zimmerei Baulust-Segati GmbH. Seit 37 Jahren verheiratet mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Theresa Nußbauer-Tietz. Seit 2021 Erster Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister Michelstadts.









