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Neues Haus des Handwerks im Odenwald nimmt weiter Gestalt an

Das neue Haus des Handwerks im Odenwald: Ein Modell für die Zukunft. Foto: Pressedienst Kreishandwerkerschaft Odenwaldkreis

Kreishandwerkerschaft bringt Handwerk, Wirtschaft, Bildung und Kommunen an einen Tisch 

ODENWALDKREIS / MICHELSTADT. – Wie kann ein neues Haus des Handwerks im Odenwald aussehen – und vor allem: Was soll dort künftig passieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Veranstaltung der Kreishandwerkerschaft Odenwaldkreis am Dienstag, 29. September, in der Volksbank Michelstadt.

Gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Riess und Geschäftsführer Karsten Lamers der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, sowie Vertretern aus Handwerk, Wirtschaft, Industrie, Bildung und Kommunen wurde der aktuelle Stand des Projekts „Neues Haus des Handwerks im Odenwald“ vorgestellt und über die weiteren Perspektiven gesprochen.

Hinter dem Projekt steht weit mehr als die Planung eines neuen Gebäudes

Kreishandwerksmeister Martin Schlingmann eröffnete die Veranstaltung und machte deutlich, dass hinter dem Projekt weit mehr stehe als die Planung eines neuen Gebäudes. „Wir beschäftigen uns inzwischen seit rund zwei Jahren mit diesem Projekt.

Dabei ist etwas entstanden, das für mich mindestens genauso wichtig ist wie das Gebäude selbst: Menschen aus Handwerk, Wirtschaft, Industrie, Bildung, Architektur und Kommune arbeiten gemeinsam an einer Idee“, betonte Schlingmann.

Dass die Veranstaltung bewusst als offener Dialog angelegt war, zeigte sich auch an der Moderation. Sophie Monnheimer führte souverän durch den rund 70-minütigen Gesprächsteil und stellte die verschiedenen Beteiligten und ihre Perspektiven vor.

Der Austausch stand im Mittelpunkt

Statt einer klassischen Präsentation stand der Austausch im Mittelpunkt. Vom ersten Gedanken über die architektonische Idee bis hin zu Ausbildung, Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Finanzierung und kommunaler Zusammenarbeit wurden unterschiedliche Aspekte des Projekts beleuchtet.

Einen ersten Einblick in die Entstehungsgeschichte und die Grundidee gaben Jens Jung und Christoph Vogt von Bauquadrat. Anhand eines Modells wurde anschaulich dargestellt, welche räumlichen und funktionalen Möglichkeiten ein neues Haus des Handwerks bieten könnte. Dabei ging es nicht nur um das Gebäude selbst, sondern vor allem um dessen künftige Nutzung und die Frage, wie unterschiedliche Akteure dort zusammenkommen können.

Perspektive der Kreishandwerkerschaft im Fokus

Geschäftsstellenleiter Harald Buschmann stellte die Perspektive der Kreishandwerkerschaft in den Mittelpunkt. Für ihn ist das geplante Haus insbesondere eine Chance, die vielfältigen Aktivitäten des Odenwälder Handwerks an einem sichtbaren und zukunftsorientierten Ort zusammenzuführen.

Gleichzeitig verwies Buschmann auf die Bedeutung einer langfristig tragfähigen Struktur. Fragen der Trägerschaft, der Betreiberstruktur, der Wirtschaftlichkeit, der baulichen Umsetzung und möglicher Förderungen sollen im weiteren Prozess sorgfältig geprüft werden.

Auch die Nachwuchsarbeit nahm breiten Raum ein. Marion Ludwig berichtete über die zahlreichen Aktivitäten der Kreishandwerkerschaft zur Berufsorientierung, die Zusammenarbeit mit Schulen und den Einsatz von Ausbildungsbotschaftern.

Thorsten Wohlgemuth stellte anschließend das LeFoO als Beispiel für Innovation, Digitalisierung und moderne Technik vor. 3D-Druck, neue Messverfahren und weitere technologische Möglichkeiten zeigen, wie eng traditionelle Handwerkskompetenz und moderne Entwicklungen inzwischen miteinander verbunden sind.

„Jetzt müssen wir den nächsten Schritt sauber machen“

Die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Industrie unterstrich Wilfried Schulz. Weitere Impulse kamen unter anderem von Unternehmerin und Meisterin Johanna Bischoff, Maurer- und Tischlermeister Max Promny sowie dem Ersten Stadtrat der Stadt Michelstadt, Roger Tietz. Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Erika Ober richtete den Blick auf die Bedeutung eines solchen Projekts für Michelstadt.

Martin Schlingmann zog anschließend ein erstes Fazit: „Wir haben nicht zuerst ein Gebäude geplant und suchen jetzt Menschen, die etwas darin machen könnten. Viele dieser Menschen, Angebote und Verbindungen gibt es bereits. Jetzt müssen wir den nächsten Schritt sauber machen.“

Im Mittelpunkt der weiteren Arbeit stehen deshalb nun die konkreten Voraussetzungen für eine Realisierung. Eine Machbarkeitsstudie soll insbesondere Fragen der Trägerschaft und Betreiberstruktur, der Wirtschaftlichkeit, der baulichen Umsetzung und der möglichen Förderung klären.

„Hier kommen bereits viele Menschen, Ideen und Angebote zusammen“

Zum Abschluss gehörte der Raum ganz bewusst der Handwerkskammer. Präsidentin Susanne Haus, die sich leider kurzfristig entschuldigen musste (für sie nahm Geschäftsführer Karsten Lamers teil) und Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Riess waren eingeladen, die zuvor vorgestellten Perspektiven einzuordnen, Anregungen zu geben und die Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit aus Sicht der Handwerkskammer aufzuzeigen.

Für Sophie Monnheimer, die die Veranstaltung moderierte, war dabei vor allem eines deutlich geworden: „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass hier bereits viele Menschen, Ideen und Angebote zusammenkommen. Ein neues Haus des Handwerks kann dafür einen gemeinsamen sichtbaren Ort schaffen.“

Die Kreishandwerkerschaft Odenwaldkreis will den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit ihren Partnern weitergehen. Ziel ist ein Haus, das nicht nur Räume zur Verfügung stellt, sondern Begegnung, Ausbildung, Innovation, Beratung und Zusammenarbeit miteinander verbindet und damit einen sichtbaren Beitrag zur Zukunft des Handwerks im Odenwald leisten kann.

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