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Netzwerk: „Stückwerkhafte Planungsmethodik, wie fast überall in Deutschland“

Stellungnahme von bergstraße.mobil zur aktuellen Diskussion um den Bahnknoten Rhein-Neckar

Pressedienst Netzwerk bergstraße.mobil

BERGSTRASSE / HEPPENHEIM. – In der aktuellen Diskussion um die beiden Neubaustrecken-Projekte Mannheim – Karlsruhe und Mannheim – Frankfurt der Deutschen Bahn, in die sich der Verband Region Rhein-Neckar, der VRN und die Stadt Mannheim mit neuen Forderungen zum Bahnknoten Rhein-Neckar eingeschaltet haben, kritisiert das Netzwerk bergstraße.mobil die fehlende Integrierte Planung von Großprojekten im Bereich der Schiene.

„Dass es nicht schon längst ein eigenes Planungsrojekt für den Bahnknoten Rhein-Neckar gibt, steht exemplarisch für die stückwerkhafte Planungsmethodik, wie wir sie fast überall in Deutschland vorfinden“, so das Netzwerk.

So seien seit den 1980er Jahren vor allem Schnellfahrstrecken für ICEs neu geplant und gebaut worden, während die bestehenden Knoten – also dort wo unterschiedliche Strecken zusammentreffen – vernachlässigt wurden.

Erst in den vergangenen zehn Jahren sei eine Trendwende erkennbar, „von der die Region Rhein-Neckar jedoch nicht profitieren konnte. Weder gibt es ein eigenes Planungsprojekt zum Knoten Rhein-Neckar, noch nutzt man die vorhandenen aneinander andockenden Neubaustrecken-Großprojekte entsprechend“.

Warum die Bahn lieber zwei räumlich nahe beieinander liegende Neubaustreckenprojekte gleichzeitig verfolge, anstatt einen größeren Korridor von Frankfurt bis Karlsruhe einschließlich des Knotens Rhein-Neckar integriert zu bearbeiten, sei für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar und werde Mannheim in den nächsten Jahren noch stärker als heute zu einem Engpass im deutschen Bahnnetz machen.

Integration der Planungen notwendig, aber mit Verzögerungsrisiko behaftet

Vor diesem Hintergrund begrüßt das Netzwerk bergstraße.mobil, die Bemühungen von Verband Region Rhein-Neckar, Stadt Mannheim und VRN zugunsten einer Integration der Planungen, um Synergien zu nutzen. „Gleichwohl kommt diese Forderung etwas spät, weil die beiden Großprojekte nun in separaten Planungs- und Finanzierungsverfahren stecken.

Eine nachträgliche Ergänzung neuer Forderungen birgt das Risiko einer weiteren Verzögerung der vorhandenen Planungen. Die zugrundeliegenden bahnwissenschaftlichen Studien und infolgedessen die Nutzen-Kosten-Rechnungen müssten ggf. aktualisiert werden.

Hinzu kommt, dass der Bund es bis heute nicht geschafft hat, die vorhandenen Großprojekte durchzufinanzieren. Eine aufwärtskompatible Umsetzung der Großprojekte an den Schnittstellen zum Bahnknoten Rhein-Neckar ist das Beste, was unter den aktuellen Umständen erreicht werden kann.“

Pünktlichere Züge und neue Liniendurchbindungen durch Optimierung des Knotens Rhein-Neckar erreichbar

„Sowohl die Forderung nach einem eigenen Planungsprojekt für den Bahnknoten Rhein-Neckar als auch – als Teil davon – die Ende 2025 vorgestellte Einzelmaßnahme eines innerstädtischen Fernbahntunnels mit unterirdischen Bahnsteiggleisen am Mannheimer Hauptbahnhof bleibt weiter aktuell und Grundvoraussetzung für pünktlichere Züge und Taktverdichtungen, von denen auch die Bergsträßer Bahnpendelnden, profitieren würden“, so Netzwerk-Sprecher Peter Castellanos.

So ließe sich die RB69 leichter aus dem Weschnitztal bis Ludwigshafen verlängern – eine langjähriger Forderung von Pendelnden und den Anliegergemeinden. Auch der RE60 müsste nicht zwingend in Mannheim enden sondern könnte bis Kaiserslautern und Saarbrücken durchgebunden werden.

Beim RE70 aus dem Ried wäre eine Verlängerung bis Heidelberg, Karlsruhe und/oder Stuttgart vorstellbar. „Wir brauchen diese Durchbindungen im Regionalverrkehr, weil damit Umstiege und Umsteigezeiten reduziert werden. Solange die Bahninfrastruktur an der Kapazitätsgrenze kratzt, sind solche Ideen nicht realisierbar“, so Castellanos abschließend.

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