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GRÜNE Odenwaldkreis verzichten auf eigene Kandidatur zur Landratswahl 2027

Pressedienst GRÜNE Odenwaldkreis

ODENWALDKREIS / ERBACH / MICHELSTADT. – Der Vorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Odenwaldkreis hat den Mitgliedern bei der Kreismitgliederversammlung am 13. Oktober in Michelstadt vorgeschlagen, zur Landratswahl am 4. April 2027 keinen eigenen Kandidaten zu nominieren.

„Wir haben diese Entscheidung im Vorstand nach reiflicher Abwägung getroffen“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende Tim Koch. „Eine eigene Bewerbung um das Amt des Landrats beziehungsweise der Landrätin war in der Vergangenheit eher Ausnahme als Regel.“

Letztmalig waren die GRÜNEN bei der Landratswahl 2021 mit einer eigenen Kandidatin, Petra Neubert, angetreten. „Ausschlaggebend hierfür waren damals unter anderem die bundesweit hohen Zustimmungswerte für unsere Partei sowie die Tatsache, dass die Landratswahl zeitgleich mit der Kommunalwahl stattfand und wir im Wahlkampf sichtbar präsent sein wollten“, erläutert Koch.

Zuvor hatten die GRÜNEN bei den Landratswahlen fast immer auf eine eigene Kandidatur verzichtet. Bei der Landratswahl 2015 lieferten sich der damalige Amtsinhaber Dietrich Kübler (ÜWG) und der seitdem amtierende Landrat Frank Matiaske (SPD) ein Duell. 2009 trat in der Stichwahl Dietrich Kübler gegen Dr. Erika Ober (SPD) an. Auch bei der Landratswahl 2003 verzichteten die GRÜNEN auf eine eigene Kandidatur.

Mit einem Stimmenanteil von 8,85 Prozent bei der Kreistagswahl 2026 schätzen die GRÜNEN die Erfolgsaussichten einer eigenen Kandidatur derzeit als äußerst gering ein. „Zwar hätten wir uns als Kreisverband gerne aktiv in den Wahlkampf eingebracht, um eigene politische Akzente zu setzen und GRÜNE Positionen sichtbar zu machen“, sagt Kreisverbandssprecherin Elisabeth Bühler-Kowarsch.

„Nach sorgfältiger Abwägung des politischen Nutzens sowie des personellen und finanziellen Aufwands sind wir jedoch zu dem Schluss gekommen, auf eine eigene Kandidatur zu verzichten.“ Der Kreisverband Odenwaldkreis zählt hessenweit zu den drei kleinsten Kreisverbänden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Die Kreismitgliederversammlung hat beschlossen, diesen Kurs mitzutragen. Zugleich wollte sie sich noch nicht auf die Unterstützung einer der bislang bekannten Bewerbungen von Harald Buschmann oder Rekha Krings festlegen. Der Vorstand signalisiert daher Gesprächsbereitschaft gegenüber beiden Kandidierenden sowie möglichen weiteren Bewerbern.

Ziel sei es, sich zunächst ein umfassendes Bild von den politischen Vorstellungen und Zielen der Kandidierenden zu machen, bevor über eine mögliche Wahlempfehlung entschieden werde. Dabei betont der Vorstand ausdrücklich, dass eine mögliche Unterstützung selbstverständlich auch von den jeweiligen Kandidierenden gewünscht sein müsse.

Ob und in welcher Form eine Unterstützung erfolgen kann, soll daher erst nach persönlichen Gesprächen und einer sorgfältigen inhaltlichen Bewertung beraten werden. Die abschließende Entscheidung treffen die Mitglieder des Kreisverbands.

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