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Museumsverein Bensheim wandelt „auf den Spuren der Römer im Odenwald“

Die Teilnehmer der Tagesexkursion des Museumsvereins Bensheim nahe dem Römerbad bei Würzberg.

Pressedienst Museumsverein Bensheim

BENSHEIM. – „Auf den Spuren der Römer im Odenwald“ wandelten die Teilnehmer der Tagesexkursion des Museumsvereins Bensheim Ende September, die wieder von Holger Steinert organisiert worden war.

Die Fahrt führte zuerst zum Englischen Garten Eulbach neben dem Jagdschloss der Grafen zu Erbach-Erbach, wo Vereinsvorsitzender Klaus H. Jöckel jeweils am Objekt über die dort vorhandenen römischen Relikte vortrug.

In dem großen Park, angelegt vom Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach im Stil eines englischen Landschaftsparks, befinden sich einerseits einige schöne, große und gut bestückte Wildgehege, anderseits eine ganze Reihe von Rekonstruktionen römischer Bauten aus der Umgebung, die damals auf Veranlassung des Grafen gesichert, ausgegraben, gesammelt und dorthin verbracht wurden.

Das römische Bad bei Würzberg.

Neben mehreren Kastelltoren und Grabsteinen römischer Soldaten gab es einen Obelisk, Reste eines Wachturms, eine Reihe sogenannter Stellsteine im Sinne von Feldbegrenzungssteinen sowie Weihe-, Altar-, Opfer- und Göttersteine zu sehen.

Abgerundet wurde das Besichtigungsprogramm durch das Erklimmen der Ruine der sogenannten Eberhardsburg, die mit altem Baumaterial künstlich auf einem kleinen Hügel erstellt worden war, und einem Bummel rund um den schönen Parkteich mit seiner Insel, die eine kleine Kapelle beherbergt.

Nach der Mittagspause ging es dann über die Landstraße auf dem angrenzenden Höhenrücken durch den Wald zur nur wenige Kilometer entfernten, originalgetreuen Nachbildung eines rechteckigen, dreistöckigen und 12 Meter hohen Römischen Limes-Wachturms bei Vielbrunn, der Anfang des 2. Jahrhunderts nach Christus erbaut worden war.

Ein Obelisk im englischen Garten Eulbach, der von Graf Franz I. im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt wurde.

Dort informierte Holger Steinert die Teilnehmer der Exkurison über Bauart und Funktion des Turms, der Bestandteil des 80 Kilometer langen Odenwald-Limes mit seinen circa 80 Wachtürmen und 20 Kohorten-Kastellen zwischen Wörth am Main und Bad Wimpfen am Neckar war.

Letzte Anlaufstation der Exkursion war dann das Römische Bad des ehemaligen Kastells in Würzberg, wo abermals Klaus H. Jöckel vortrug. Er gab dabei Einblicke in die Lebensweise sowie den Alltag der römischen Soldaten und hier besonders in die Hygienegewohnheiten.

Anhand der Grundmauern sind Struktur und die einzelnen Räumlichkeiten des Bads noch gut zu erkennen, wohingegen vom Kastell selbst kaum noch etwas zu sehen ist, da der Erbacher Graf die Reste, darunter ein Tor, zum Eulbacher Park hatte bringen und dort aufbauen lassen.

Auch im nächsten Jahr will der Museumsverein wieder die ein oder andere Halb- oder Ganztagsexkursion zu interessanten historischen Zielen in der Region für Mitglieder und Interesserte anbieten.

Der römische Limes-Wachturm bei Vielbrunn. Fotos: Pressedienst Museumsverein Bensheim

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