Geldfunde durch den Zoll in der Frankfurter Firma der Hauptverdächtigen.
Odenwälder Chefs einer Frankfurter Baufirma in Millionenbetrug involviert: vier Personen in Haft + + + In einer gemeinsamen Pressemitteilung teilen die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main und das Hauptzollamt Frankfurt mit: Organisierte Schwarzarbeit im Abbruchgewerbe + + + 37 Geschäftsräume und Wohnungen bundesweit durchsucht + + + Großaufgebot von Zoll, Polizei und Staatsanwaltschaft auch im Oberzent-Stadtteil Hetzbach im Einsatz
Polizeipresse / mk-Presse
FRANKFURT / OBERZENT. – Bereits Mitte vergangener Woche durchsuchte das regionale Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Frankfurt/Main im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt nach zuvor bereits umfangreich durchgeführten Ermittlungen bundesweit 37 Geschäftsräume und Wohnungen.
Die Durchsuchungen fanden u. a. in den hessischen Städten Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und im Oberzent-Stadtteil Hetzbach, sowie in Bielefeld, Würselen (beide Nordrhein-Westfalen), Wiesloch, Schwetzingen (beide Baden Württemberg), Eisenberg (Thüringen), Halle (Sachsen-Anhalt) und in Aichach (Bayern) statt.
Rund 380 Einsatzkräfte durchsuchten in sechs Bundesländern 37 Geschäftsräume und Wohnungen
Rund 380 Einsatzkräfte waren an den Maßnahmen in sechs Bundesländern mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet und im Odenwaldkreis beteiligt. Dabei wurden vier Haftbefehle und vier Vermögensarreste vollstreckt und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.
Der inhaftierte Hauptverdächtige ist im Oberzent-Stadtteil Hetzbach ansässig, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf FAKT-Anfrage bestätigte. Hier erfolgten auch stundenlange Durchsuchungen der entsprechenden Räumlichkeiten. „Die weiteren inhaftierten Beschuldigten sind im Rhein-Main-Gebiet wohnhaft bzw. ohne festen Wohnsitz im Bundesgebiet“, sagt Oberstaatsanwalt Dominik Mies, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt.
Frankfurter Firma der Odenwälder Betreiber erwarb das frühere Beerfeldener Hotel >Zum Schwanen<
Die Frankfurter Firma des Odenwälder Betreibers soll erst kürzlich das renommierte Beerfeldener Hotel >Zum Schwanen< aus der Insolvenz erworben haben und ist bereits seit längerer Zeit auch im Besitz des ehemaligen Odenwald-Hotels sowie einer früheren Metzgerei mit Gaststätte in Beerfelden. Das ehemalige Odenwald-Hotel ist bereits fertig saniert und vermietet. Dort ist im unteren Geschoss ein Pflegedienst eingezogen und die oberen Etagen sind als Wohnungen ausgebaut und belegt.
Auf seiner Internet-Plattform wirbt das Unternehmen u.a. mit zwei sanierten Projekten im Odenwald wie folgt: >Wohnhaus Odenwald, Realisierung von ca. 18.000 m³ mit 66 Wohneinheiten< und >Familienhaus Oberzent, Realisierung von ca. 1.200 m³ eines 3-Familienhauses<. Zum jetzigen Zeitpunkt erfolgte keine Vollstreckung der erwirkten Vermögensarreste in die Grundstücke, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit.
Ermittlungen gegen 29 Männer und zwei Frauen im Alter von 21 bis 61 Jahren
Die derzeitigen behördlichen Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 31 Personen im Alter von 21 bis 61 Jahren, darunter 29 Männer und zwei Frauen. Es besteht der Verdacht des – teilweise bandenmäßigen – Vorenthaltens und Veruntreuens von Sozialversicherungsbeiträgen, der Steuerhinterziehung sowie der Beihilfe zu vorgenannten Straftaten. Der bisher ermittelte Gesamtschaden für die Träger der Sozialversicherung und den Fiskus beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf rund 7,8 Millionen Euro.
Im Fokus der Ermittlungen stehen die Betreiber des Frankfurter Bauunternehmens, welche hauptsächlich Abrissarbeiten durchführen und im gesamten Bundesgebiet seit 2020 Leistungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro erbrachten.
Verdacht: Löhne wurden in beträchtlichem Umfang „schwarz“ ausgezahlt
Hier besteht der Verdacht, dass in beträchtlichem Umfang Löhne „schwarz“ ausgezahlt wurden. Um diese Schwarzlohnzahlungen zu verschleiern, sollen sich die Beschuldigten Scheinrechnungen sogenannter Servicefirmen bedient und damit Subunternehmerleistungen vorgetäuscht haben, die jedoch nie erbracht wurden.
Tatsächlich soll das Geld nach Begleichung der Scheinrechnungen bar abgehoben und an die Betreiber des Bauunternehmens zurückgezahlt worden sein, die es dann zur Zahlung von Schwarzlöhnen verwendet haben sollen. Der bisher ermittelte Umfang der angekauften Scheinrechnungen beläuft sich auf über 12 Millionen Euro. Die Ermittlungen richten sich insoweit auch gegen mehrere Beschuldigte, die an dem Betrieb dieser Servicefirmen beteiligt sind oder waren.
Arreste von rund 8,4 Millionen Euro in Vermögen angeordnet: Bargeld und hochwertige Fahrzeuge gepfändet
Zur vorläufigen Sicherung von Vermögenswerten wurden durch das Gericht Arreste in die Vermögen der Beschuldigten und deren Firmen in Höhe von insgesamt rund 8,4 Millionen Euro angeordnet, die im Zuge des Einsatzes durch Pfändungen vollstreckt wurden. Hierbei kam es bereits zur Pfändung beweglicher Vermögenswerte wie Bargeld in fünfstelliger Höhe und hochwertiger Fahrzeuge.
Im Rahmen des Einsatzes wurden weitere Zufallsfunde, darunter Cannabis in nicht geringer Menge und Munition sichergestellt sowie ein Fall des unerlaubten Aufenthaltes festgestellt.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt und weiterer Behörden dauern an
Neben dem Hauptzollamt Frankfurt am Main waren Einsatzkräfte zwölf weiterer Hauptzollämter, Staatsanwälte sowie die Steuerfahndung Frankfurt am Main an den Maßnahmen beteiligt.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Frankfurt am Main sowie des regionalen Ermittlungszentrums der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern an, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt abschließend mitteilt.

Bargeldfund in Hetzbach.

Fund im Fahrzeug. Fotos: Pressedienst Hauptzollamt Frankfurt/Main

Das frühere Hotel >Zum Schwanen< im Zentrum Beerfeldens wurde kürzlich von der Frankfurter Firma der jetzt Inhaftierten, von denen mindestens zwei im Oberzent-Stadtteil Hetzbach ansässig sind, bei einer Zwangsversteigerung erworben. Angesichts der aktuell unklaren Situation bleibt es fraglich, wie es mit dem ehemals renommierten Haus jetzt weitergehen wird.

Das sanierte frühere Odenwald-Hotel in Beerfelden wurde von der Frankfurter Firma der Odenwälder Betreiber gekauft und saniert. Neben einem Odenwälder Pflegedienst, der im Erdgeschoss seine Büroräume bezogen hat, sind in den oberen Etagen auch zahlreiche Bewohner inzwischen eingezogen.

Dieses Gebäude einer ehemaligen Metzgerei samt Geststätte in Beerfelden ist ebenfalls im Besitz der Frankfurter Baufirma, bzw. deren Betreiber. Hier stagnierten die vorgesehenen Sanierungsarbeiten in jüngster Zeit. Fotos: mk-Presse











