Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht in Höchst
Pressedienst Veranstalter
HÖCHST. – Die Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine Höchst und die Gemeinde Höchst hatten am Sonntag, 09. November, zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Höchst auf den Marktplatz eingeladen.
Der Sprecher der AG Stolpersteine Harald Staier konnte zahlreiche Besucher auf dem Montmelianer Platz begrüßen. Ein besonderer Dank ging an die Schüler der Ernst-Göbel-Schule mit ihren Lehrern die die Veranstaltung mit Musik- und Redebeiträgen untermalten. Einen Dank richtete er auch an die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Höchst für die Vorbereitung der Veranstaltung und die Verlegung der Stolpersteine.
Die Gedenkrede zur Veranstaltung hielt Marcus Eilmes von der EGS. Ein Dank geht auch an den Lehrer Alexander Link, der schon viele Jahre mit seinen Schülern für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgt.
Staier verwies in seiner Ansprache erneut darauf, dass die Initiative-Stolpersteine Höchst 2019 gegründet wurde. Die ersten 15 Stolpersteine wurden im August 2023 vom Künstler Gunter Demnik persönlich verlegt.
„Wir vergessen nicht, das bekräftigen wir auch heute am 87. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. auf 10. November 1938. Wir dürfen diese Nacht nicht vergessen. So wurde damals hier in Höchst die jüdische Synagoge zerstört. Der 9. November ist der Tag , an dem organisierte Schlägertrupps der NSDAP, SS und SA jüdische Geschäfte, Wohnungen, und Gotteshäuser in Brand setzten oder zerstörten.
Es ist der Tag an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet und getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zu Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord Europas.
Für Millionen Juden gab es keinen Ausweg Sie wurden in den Jahren nach den November Pogromen in den KZs ermordet und mit dem Holocaust Opfer eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte.
Jeder von uns kann etwas gegen Rassismus und Antisemitismus in all seinen menschenfeindlichen Formen und Stadien beitragen. Jeder von uns muss für Toleranz und Respekt eintreten, überall und wo immer es nötig ist.
Wir müssen aus unserer Geschichte lernen und in Verantwortung vor ihr unsere gemeinsame Zukunft gestalten. Es gilt auch aus diesen schrecklichen Lehren heute und jetzt eine geläuterte und menschliche Haltung gegenüber andersgläubigen und anders sozialisierten Menschen in unserer Mitte unverrückbar einzunehmen und dafür einzutreten“, sagte Eilmes.
Nach der Gedenkrede sprach Bürgermeister Jens Fröhlich zu den Bürgern erinnerte an die Vorgänge von 1938. Nach Bürgermeister Fröhlich kamen die Vertreter der Religionsgemeinschaften zu Wort. Für die jüdische Gemeinde sprach Anton Storschilov, für die Muslimische Gemeinde sprach dessen Vorbeter Abadülcelim Özkan kurze Grußworte.
Für die evangelische Kirchengemeinde Höchst verwehrte sich Pfarrer Andreas Höfeld nochmal gegen die Vorwürfe einer christlichen Partei in Höchst, die ihn bei der Kirchenverwaltung wegen seine Rede aus dem vergangenen Jahr denunzierte.
Nach diesem Redebeitrag und einem musikalischen Vortrag der Schüler der EGS ging es gemeinsam zur Verlegung von 20 Stolpersteinen vor dem Atlas Markt in der Erbacherstraße und in der nähe von Taxi-Herzog in der Groß-Umstädter-Straße.
Ein Dank von Staier ging auch an den Odenwaldklub Höchst, der dankenswerter Weise seine mobile Lautsprecheranlage zur Verfügung gestellt hatte damit auch alle Teilnehmenden die Texte der Schüler der EGS hören konnten.
Zum Abschluss der Veranstaltung wies Staier auf die weitere Verlegung von Stolpersteinen am 23. Februar 2026 in Höchst mit dem Künstler Gunter Demnik hin. Die bisherigen Stolpersteine konnten durch Spenden von Bürgern aus Höchst finanziert werden. Ein Stolperstein kostet 120 Euro und die AG Stolpersteine und die Gemeinde Höchst wären für weitere Spenden sehr dankbar.













