Bei der Baumpflanzung: Flames-Spielerin Lena Degenhardt, Forstwirtschaftsmeister Markus Steinbacher, Managing Director Anke Heidenreich des Unternehmens DEIF und Erster Stadtrat Frank Daum (von links). Foto: Pressedienst Bensheim
Jedes Tor der Flames wurde zum Impuls für mehr Grün in der Stadt: Dank der Initiative der DEIF GmbH wachsen nun 32 neue Bäume im Baßmannpark
Pressedienst Bensheim
BENSHEIM. – Wenn sportliches Können auf ökologisches Verantwortungsbewusstsein trifft, entstehen Projekte mit Strahlkraft: Beim Bundesligaspiel der Flames Anfang Februar gegen Metzingen sprang nicht nur ein deutlicher 32:22-Sieg für das Team heraus – jedes einzelne Tor wurde zugleich zum Impuls für mehr Grün in der Stadt. Dank der Initiative der DEIF GmbH wachsen nun 32 neue Bäume im Baßmannpark.
Symbolisch wurde nun das letzte Exemplar, eine Schwarzkiefer, unterhalb des Blauen Türmchens gepflanzt. Unterstützung erhielten Forstwirtschaftsmeister Markus Steinbacher und Revierförster Dirk Ruis-Eckhardt dabei von Flames-Spielerin Lena Degenhardt, Ex-Spielerin Lisa Mößinger, mittlerweile verantwortlich für Marketing und Sponsoring beim Bundesliga-Club, Managing Director Anke Heidenreich sowie Leonie Schröter (Regional Marketing Manager) von der DEIF GmbH sowie dem Bensheimer Erstem Stadtrat und Umweltdezernenten Frank Daum.
Daum bedankte sich beim Unternehmen für das tolle Engagement, „was keine Selbstverständlichkeit in wirtschaftlich unruhigen Zeiten ist“. Zudem wies er darauf hin, dass es in Park- und Gartenanlagen, auf Spielplätzen und entlang der Straßen im Bensheimer Stadtgebiet rund 8.500 Bäume gibt, die von der Stadt gepflegt, unterhalten und zweimal jährlich begutachtet werden.
Den Flames gratulierte er nachträglich zum Vize-Pokaltitel. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in Bensheim so ein erfolgreiches und erstklassiges Handballteam haben.“
Anke Heidenreich verdeutlichte, wie wichtig dem Unternehmen langlebige Projekte sind. Dieses Engagement habe seine Wurzeln beim dänischen Firmeninhaber, der gelernter Förster ist und nach dem Tod seines Vaters vor 30 Jahren die Firma übernahm. Bis 2035 will das Unternehmen seinen CO₂-Fußabdruck über Windkraft neutralisieren.
Dirk Ruis-Eckhardt ergänzte, dass es im Bensheimer Stadtwald allein in diesem Frühjahr rund 2.400 Neupflanzungen gab. Der Klimawandel mache sich bereits heute deutlich bemerkbar. Deshalb werde bei den Neupflanzungen gezielt auf Baumarten gesetzt, die an veränderte klimatische Bedingungen angepasst sind und ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen – aus Regionen also, deren Klima dem entspricht, was in Bensheim in 30 bis 40 Jahren erwartet wird.
Zu diesem besonderen Projekt kam es, weil die DEIF GmbH aktiv an die Stadt Bensheim herantrat und anbot, Baumpflanzungen zu fördern – mit einer ebenso einfachen wie wirkungsvollen Idee: Die Anzahl der gespendeten Bäume aus dem Heimspiel in der Weststadthalle sollte der Zahl der von den Flames erzielten Tore entsprechen. Das Ergebnis: 32 neue Bäume für Bensheim.
Die DEIF GmbH ist die deutsche Niederlassung eines international tätigen dänischen Konzerns und spezialisiert auf Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, insbesondere für die Energie-, Generator- und Automatisierungsbranche. Die Niederlassung in Bensheim besteht seit dem Jahr 2000.
Die Baumpflanzungen erfolgten gezielt im Baßmannpark, wo aufgrund vieler Abgänge vor allem von heimischen Buchen Nachpflanzungen dringend erforderlich waren. Gepflanzt wurden unter anderem Korsische Schwarzkiefer, Türkische Tanne, Edelkastanie und Baumhasel – Baumarten aus dem Mittelmeerraum, die als besonders klimaresilient gelten.
Hinter dieser Auswahl steht eine zentrale Herausforderung moderner Forstwirtschaft: Bäume müssen, wie von Revierförster Ruis-Eckhardt angeführt, nicht nur mit den heutigen klimatischen Bedingungen zurechtkommen, sondern auch mit denen der kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte.
Welche Arten langfristig bestehen können, ist Gegenstand intensiver Forschung. Aspekte wie Konkurrenz zu heimischen Arten, ökologischer Nutzen für die Tierwelt sowie Pflegeaufwand spielen dabei eine wichtige Rolle. Im Baßmannpark wird so auf kleiner Fläche eine gezielte, „geleitete Migration“ von Baumarten umgesetzt.
Gleichzeitig setzt die Stadt Bensheim weiterhin auf die Naturverjüngung heimischer Baumarten – sowohl im Baßmannpark als auch im Stadtwald. Dabei wächst der Wald aus der natürlichen Samenverbreitung bestehender Bäume heraus nach.
Die Setzlinge für die Baumspende stammen aus den Darmstädter Forstbaumschulen und wurden nachhaltig auf biologisch-dynamischer Grundlage herangezogen – ohne Mineraldünger, Herbizide oder chemische Bodenentseuchung.
Mit einer Höhe von maximal einem Meter bringen sie ideale Voraussetzungen mit: Ihre Wurzeln müssen vor der Pflanzung nicht eingekürzt werden und können sich ohne Pflanzschock an den Standort anpassen.
Gegen hungrige Rehe werden sie mit einem Holzgerüst geschützt. Größere Bäume hingegen würden über Jahre hinweg intensive Bewässerung benötigen – im Wald kaum realisierbar.
Mit dieser Aktion zeige sich eindrucksvoll, wie Sport, Wirtschaft und Kommune gemeinsam Verantwortung übernehmen können – für ein lebenswertes Bensheim heute und für kommende Generationen.
Mit einem Augenzwinkern ergänzte der Erste Stadtrat zum Abschluss, wie vorteilhaft es gewesen sei, die Aktion bewusst mit einer treffsicheren Handballmannschaft umzusetzen. Immerhin stellen die Flames die zweitstärkste Offensive in der 1. Bundesliga. Mit einem Fußballteam wären am Ende wohl ein paar Bäume weniger für Bensheim zusammengekommen, merkte der frühere Spieler und bekennende Fußballfan Daum an.











