Für langjähriges Engagement geehrt: Dr. Michael Reuter (Mitte) mit der Ehrenplakette des Odenwaldkreises in Gold. Ihm gratulieren Kreistagsvorsitzende Rüdiger Holschuh (links) und Landrat Frank Matiaske. Foto: Stefan Toepfer
Landrat bringt Haushaltsentwurf 2026 ein + + + Kreistagsvorsitzender würdigt Mandatsträger + + + Ehrenplaketten des Odenwaldkreises in Bronze erhielten Brigitte Heckmann, Willi Kredel, Uwe Olt, Georg Raab, Anni Resch und Christa Weyrauch
Pressedienst Odenwaldkreis
ODENWALDKREIS / ERBACH. – Zwei Themen haben die zweite Zusammenkunft des Kreistags in der neuen Wahlperiode geprägt: In der Sitzung selbst brachte Landrat Frank Matiaske am Montag, 1. Juni, in Erbach den Haushaltsentwurf für 2026 ein – als Werk „mit ehrlichen Zahlen in schwierigen Zeiten“ (siehe FAKT-Bericht unter: https://fakt-in.de/2026/06/01/odenwaelder-kreishaushalt-2026-mit-77-mio-euro-defizitaer-landrat-macht-dennoch-mut/).
Beim anschließenden traditionellen Parlamentarischen Abend würdigte der Kreistagsvorsitzende Rüdiger Holschuh Mandatsträger, die nach mehreren Jahren und Jahrzehnten aus Kreistag oder Kreisausschuss ausgeschieden sind. Die höchste Auszeichnung des Abends, die Ehrenplakette des Odenwaldkreises in Gold, bekam der langjährige Kreisbeigeordnete und Erste Kreisbeigeordnete Dr. Michael Reuter.
„Investitionen bleiben trotz Defizit richtig und wichtig“
Landrat Matiaske sagte, der Haushaltsentwurf 2026 zeige, dass der Odenwaldkreis verantwortungsvoll mit der angespannten Finanzlage umgehe. Auch in schwierigen Zeiten „bleiben Investitionen in Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur und Gesundheitsversorgung richtig und wichtig“, hob er hervor. Besonders seien die Investitionen in Bildung zentral für die Zukunftsfähigkeit des Kreises.
Der Haushaltsentwurf weist – wie berichtet – Erträge von 232,6 Millionen Euro und Aufwendungen von 240,2 Millionen Euro – und somit ein Defizit von rund 7,7 Millionen Euro.
Gegenüber der Prognose des Jahresergebnisses für das Vorjahr 2025 habe das Defizit zwar fast halbiert werden können, aber das sei kein Grund zur Entwarnung, so der Landrat mit Blick auf Belastungen, für die Bund und Land verantwortlich seien. „Die kommunale Ebene soll immer mehr leisten, aber selten wird gleichzeitig gefragt, wer das bezahlen soll“, kritisierte er. Nötig sei eine neue Debatte über kommunale Finanzen, „denn kommunale Selbstverwaltung ohne ausreichende finanzielle Handlungsfähigkeit bleibe am Ende ein Verfassungsversprechen ohne ausreichende praktische Wirkung“.
Als Beispiele für jene Belastungen nannte der Landrat immer wieder neue, höhere Standards von Bund und Land in punkto Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie eine Krankenhausreform, die sicherstellen müsse, dass Kliniken die Übergangsphase finanziell überleben können. „Wer den ländlichen Raum stärken will, muss auch seine medizinische Infrastruktur stärken“.
Trotz schwieriger Lage keine höhere Umlage für Städte und Gemeinden
Angesichts dieser und anderer Herausforderungen gehe der Kreis verantwortungsvoll mit der Situation um. Das zeige sich auch darin, dass der Gesamtumlagesatz für die Städte und Gemeinden unverändert bei 58 Prozent liege, betonte der Landrat. Zwar verschöben sich die Anteile zwischen Kreis- und Schulumlage, aber die Gesamtbelastung bleibe konstant. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte er mit Blick auf teils erhebliche Umlage-Erhöhungen in vielen hessischen Landkreisen.
Den „ehrlichen Haushalt“, der nichts schönrechne und Risiken nicht verstecke, fasste der Landrat so zusammen: „Wir haben ein Defizit, aber wir investieren. Wir haben wachsende Belastungen, aber wir halten dem Umlagesatz stabil. Wir verfügen über keine Rücklagen. Aber wir vermeiden zusätzliche investive Verschuldung.“
Überdies werde der Odenwaldkreis bei allen Diskussionen und Konflikten von Zusammenarbeit und Verantwortungsgefühl geprägt – von Haltungen, die oft mehr wert seien als jede Bilanzposition. Viele Lösungen seien nur deshalb möglich geworden, weil man miteinander gesprochen habe, nicht übereinander.
Herbert Siefert als Kreisbeigeordneter verpflichtet
Am Ende der Sitzung wurde Herbert Siefert (ÜWG) als Kreisbeigeordneter verpflichtet. Er war – wie die anderen Kreisbeigeordneten – in der konstituierenden Sitzung des Kreistags am 27. April gewählt worden. Er hatte an der Sitzung aber nicht teilnehmen können, weswegen seine Verpflichtung mit dem Amtseid nun nachgeholt wurde.

Herbert Siefert (ÜWG, Mitte) wurde durch den Kreistagsvorsitzenden Rüdiger Holschuh (rechts) als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter verpflichtet. Landrat Frank Matiaske überreichte die Urkunde.
Dank für großes Engagement bei Parlamentarischem Abend
Der Kreistagsvorsitzende würdigte zu Beginn des anschließenden Parlamentarischen Abends den Einsatz von insgesamt 31 Frauen und Männern in Kreistag und Kreisausschuss in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten: „Sie haben Verantwortung übernommen, Entscheidungen mitgetragen und die Entwicklung unseres Kreises aktiv mitgestaltet“, sagte Holschuh. „Dafür gebührt Ihnen unserer besonderer Respekt und Dank.“
Die Ehrenplakette des Odenwaldkreises in Gold übergaben der Kreistagsvorsitzende und der Landrat an Dr. Michael Reuter. Er war von 1991 bis 2003 hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter, von 2003 bis 2006 ehrenamtlicher Erster Kreisbeigeordneter und von 2006 bis 2026 Kreisbeigeordneter.
Sechs in der Kreispolitik engagierte Frauen und Männer bekamen die Ehrenplakette in Bronze, vier eine Ehrenurkunde und 20 eine Urkunde. Aus zeitlichen Gründen konnten nicht alle Geehrten an der Feier teilnehmen. Eine Übersicht mit allen Geehrten findet sich am Ende dieser Mitteilung.
Der Kreistagsvorsitzende betonte den Wert von Engagement in der Kommunalpolitik als einer „Aufgabe, die unsere Gesellschaft zusammenhält“. Auf die Arbeit der vergangenen Legislaturperiode könne man mit Stolz schauen. „Der Odenwaldkreis hat sich trotz teilweise begrenzter finanzieller und struktureller Möglichkeiten in vielen Bereichen positiv entwickelt.“
Holschuh rief alle aktuellen Mandatsträger bei allen unterschiedlichen politischen Auffassungen zu einer sachlichen, auf die konkreten Herausforderungen vor Ort bezogene Politik auf. Nicht jede bundes- oder landespolitische Diskussion lasse sich eins zu eins auf den Odenwaldkreis übertragen. Nach der Kommunalwahl beginne die gemeinsame Verantwortung für die politische Arbeit im Sinne des Wählerauftrags. „Und die Bürger erwarten zu Recht Ergebnisse.“
Für ihre Arbeit in Kreistag und Kreisausschuss wurden geehrt:
Ehrenplakette des Odenwaldkreises in Gold:
- Dr. Michael Reuter, 1991 bis 2003 hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter, 2003 bis 2006 ehrenamtlicher Erster Kreisbeigeordneter, 2006 bis 2026 Kreisbeigeordneter
Ehrenplakette des Odenwaldkreises in Bronze:
- Brigitte Heckmann (1989 bis 2009 und 2016 bis 2026 Kreistag, 2009 bis 2016 Kreisausschuss; Ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgerichtshof)
- Willi Kredel (2006 bis 2022 Kreistag)
- Uwe Olt (2001 bis 2026 Kreistag)
- Georg Raab (2006 bis 2026 Kreistag; Fraktionsvorsitzender)
- Anni Resch (1989 bis 1997, 2002 bis 2011 und 2021 bis 2024 Kreistag, 2011 bis 2021 Kreisausschuss; Patientenfürsprecherin)
- Christa Weyrauch (1993 bis 1995 Kreistag, 2006 bis 2026 Kreisausschuss)
Ehrenurkunde:
- Joachim Eichner (2012 bis 2026 Kreistag)
- Stephan Krieger (2009 bis 2011 und 2013 bis 2022 Kreistag)
- Hedwig Seiler (2011 bis 2026 Kreistag)
- Monika Schmauß (2011 bis 2026 Kreisausschuss)
Urkunde:
- Sandra Allmann (2021 bis 2026 Kreistag)
- Karl-Heinz Amos (2019 bis 2026 Kreistag)
- Günter Bardohl (2016 bis 2026 Kreistag)
- André Bechtold (2021 bis 2025 Kreistag)
- Wolfram Beck (2022 bis 2026 Kreistag)
- Dominique Deutsch (2021 bis 2026 Kreistag)
- Ralf Drexelius (2022 bis 2023 Kreistag)
- Walter Gerbig (2016 bis 2026 Kreistag)
- Niklas Kirsch (2021 bis 2024 Kreistag)
- Adelheid Knau (2014 bis 2016, 2019 bis 2021 und 2024 bis 2026 Kreistag)
- Karl-Ludwig Kunstein (2016 bis 2026 Kreistag)
- Erika Langbein (2022 bis 2026 Kreistag)
- Petra Neubert (2021 bis 2026 Kreisausschuss; Ombudsperson)
- Thomas Promny (2025 bis 2026 Kreistag)
- Cornelia Reinersch (2022 bis 2026 Kreistag)
- Christian Senker (2023 bis 2026 Kreistag)
- Andreas Wagner (2021 bis 2026 Kreistag)
- Dr. Alwin Weber (2016 bis 2021 Kreistag)
- Marlene Wenzl (2021 bis 2026 Kreistag)
- Sonny Wießmann (2024 bis 2026 Kreistag)

Wertschätzung für Einsatz: Als Zeichen des Dankes erhielten in der Kreispolitik engagierte Frauen und Männer beim Parlamentarischen Abend Urkunden und Ehrenurkunden durch den Kreistagsvorsitzenden Rüdiger Holschuh (8. von rechts) und Landrat Frank Matiaske (links). Ehrenplaketten gab’s für Dr. Michael Reuter (in Gold, 5. von links), Christa Weyrauch (in Bronze, 4. von links), Anni Resch, Georg Raab, Uwe Olt und Brigitte Heckmann (alle in Bronze, weiter von links). Fotos: er










