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Paukenschlag: SPD Michelstadt schließt Prof. Dr. Andreas Untergasser aus der Fraktion aus

Neuer SPD-Vertreter im Ausschuss für Bau-, Umwelt und Verkehr ist Stefan Beller

Pressedienst SPD Michelstadt

MICHELSTADT. – In ihrer gestrigen Sitzung hat die SPD-Fraktion im Michelstädter Stadtparlament nach kurzer Beratung Prof. Dr. Andreas Untergasser mit einstimmigem Beschluss aus der Fraktion ausgeschlossen. Vorausgegangen war dem Beschluss ein intensiver schriftlicher Austausch von Fraktionsmitgliedern und dem Vorsitzenden sowie jeweils Stellungnahmen des Ausgeschlossenen. 

Das gibt die SPD Michelstadt in einer Pressemitteilung bekannt. Gleichzeitig hat die SPD-Fraktion Prof. Dr. Andreas Untergasser aus dem Bau-, Umwelt und Verkehrsausschuss abberufen und Stefan Beller für dieses Gremium neu benannt. 

Prof. Dr. Untergasser bleibt – aufgrund der Wahlen unter TOP 14 der Stadtverordnetenversammlung vom 21.4.2026 und solange er sein Mandat behält – Mitglied im Eigenbetrieb Schwimmbäder und stellv. Mitglied in den Eigenbetrieben Bebauen und Verwalten von Liegenschaften sowie Bauhof der Stadt Michelstadt.

Auslöser für den Ausschluss von Andreas Untergasser war sein Abstimmungsverhalten in der Stadtverordnetenversammlung am 9. Juni dieses Jahres. Dort hatte er bei TOP 16 dem Satzungsbeschluss zur Änderung der Hauptsatzung (Erweiterung des Magistrats von 9 auf 10 ehrenamtliche Mitglieder) – entgegen aller vorherigen Vereinbarungen der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die GRÜNEN und FDP und trotz eigener Zustimmung zum Antrag auf Änderung der Hauptsatzung in der Stadtverordnetenversammlung von 21.4.2026 – unangekündigt und unerwartet nicht zugestimmt.

„Mit deinem Abstimmungsverhalten hast du unser Vertrauen missbraucht und dein Ego erneut über die Gruppe gestellt. Du hast politische Mitstreiter vor den Kopf gestoßen, vielen schlaflose Stunden bereitet und Lebenszeit geraubt. Jemand, der sich selbst wichtiger nimmt als die Gruppe, der er angehört, hat in dieser Gruppe nichts verloren“, heißt es im Schreiben der SPD-Fraktion an Untergasser.

Begründet hatte dieser sein Abstimmungsverhalten u.a. mit dem Verlauf der Debatte zur Calisthenics-Anlage (TOP 14 der Stadtverordnetenversammlung vom 9.6.2026). Hier hatte er sich nach intensiven Diskussionen mit seinem Antrag auf Änderung des Standorts weder in der Fraktion noch in der Stadtverordnetenversammlung durchsetzen können. 

Sein Abstimmungsverhalten ist aus Sicht der SPD-Fraktion ein Racheakt: „Deine Körperhaltung, dein triumphaler Gesichtsausdruck und die anschließende Genugtuung sowie sich widersprechende Rechtfertigungen lassen keinen anderen Schluss zu.“

Im Schreiben der SPD-Fraktion heißt es weiter: „Mit deinem Abstimmungsverhalten hast du einen schwerwiegenden Schaden angerichtet, der sich auf die mit den GRÜNEN und der FDP vereinbarte Konstellation die gesamte Wahlperiode, also 5 Jahre lang, strukturell auswirkt und die Umsetzung unsere Ziele und Inhalte gefährdet.“

Wiewohl sie es erwartet, rechnet die SPD-Fraktion nicht damit, dass Andreas Untergasser sein Mandat zurückgibt. „Wir sind gespannt, wie du dich in nächster Zeit hinsichtlich der zum Teil auch von dir mitgestalteten Sachthemen des „Bündnis für Michelstadt“ positionieren wirst“, heißt es im Schreiben der SPD-Fraktion abschließend.

Nachstehend die vollständige Ausschlussbegründung der SPD-Fraktion (Schreiben an Prof. Dr. Andreas Untergasser):

> 1. Keine Debatte über Punkt A, sei sie auch noch so unsäglich verlaufen, rechtfertigt es, Punkt B zum Anlass zu nehmen, unangekündigt und unerwartbar dagegen zu stimmen. 

2. Dein Abstimmungsverhalten ist aus unserer Sicht ein Racheakt. Deine Körperhaltung, dein triumphaler Gesichtsausdruck und die anschließende Genugtuung sowie sich widersprechende Rechtfertigungen lassen keinen anderen Schluss zu.

3. Mit deinem Abstimmungsverhalten hast du unser Vertrauen missbraucht und dein Ego (erneut) über die Gruppe gestellt. Du hast politische Mitstreiter vor den Kopf gestoßen, vielen schlaflose Stunden bereitet und Lebenszeit geraubt. Jemand, der sich selbst wichtiger nimmt als die Gruppe, der er angehört, hat in dieser Gruppe nichts verloren. Das gilt sowohl für unsere Fraktion wie auch für die Gruppe aller Stadtverordneten. Niemand will so etwas mit und in seiner eigenen Fraktion erleben. 

4. Mit deinem Abstimmungsverhalten hast du einen schwerwiegenden Schaden angerichtet, der sich auf die mit den GRÜNEN und der FDP vereinbarte Konstellation die gesamte Wahlperiode, also 5 Jahre lang, strukturell auswirkt und die Umsetzung unsere Ziele und Inhalte gefährdet.

5. Natürlich erwarten wir von dir, dass du dein Mandat, das du nur wegen einer Platzierung auf der SPD-Liste erringen konntest, zurückgibst. Allerdings rechnen wir nicht damit. Wir sind gespannt, wie du dich in nächster Zeit hinsichtlich der zum Teil auch von dir mitgestalteten Sachthemen des „Bündnis für Michelstadt“ positionieren wirst. <

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