Katja Keimel, Pflegedienstleiterin Stationär, und Geschäftsführer Michael Vetter (unten rechts) informieren sich bei Alexander Jäschke (oben links) und Jürgen Zimmermann von der Haustechnik über den Stand der Arbeiten zur Installation einer Klimaanlage für das Restaurant mit Nebenraum in der Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl. Foto: Pressedienst Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl
Installation einer Klimaanlage für das Restaurant
Gert R. von Neindorff
ODENWALDKREIS / BEERFELDEN. – Der Klimawandel macht sich immer mehr bemerkbar. Deshalb spielt auch der Hitzeschutz eine immer größere Rolle, vor allem in den stationären Pflegeeinrichtungen. Die Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl in Beerfelden zählt zu den wenigen Pflegeeinrichtungen in Deutschland, die klimatisierte Räumlichkeiten haben. In nur 20 Prozent der stationären Altenpflegeeinrichtungen gibt es klimatisierte Räume.
Bereits vor der Eröffnung der stationären Pflegeeinrichtung in der Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl mit 106 Pflegeplätzen am 1. Oktober 2013 wurde nach einer vorangegangenen Sanierung und Erweiterung des Gebäudes ein Vollwärmeschutz aus Naturwolle angebracht, der aufgrund der Dämmeigenschaften auch sehr gut gegen Hitze schützt.
Geschäftsführer Michael Vetter hat schon vor vielen Jahren Wert auf eine gute Gebäudeisolierung zum Schutz gegen Kälte und Hitze gelegt. So wurde auf seine Veranlassung auch ein zentral gesteuerter Sonnenschutz auf allen vier Wohnbereichen für die Bewohnerzimmer installiert. Dadurch können auf jedem Wohnbereich die Rollläden in den Bewohnerzimmern zentral bedient werden, so dass die Pflegekräfte nicht jedes Zimmer einzeln aufsuchen müssen.
Auf jedem der vier Wohnbereiche sind mit großer Voraussicht außerdem bereits im Jahr 2020 der Gemeinschaftsraum für die Bewohner und das Stationszimmer für die Pflegekräfte mit einer Klimaanlage ausgestattet worden.
Die Kleinkunstbühne verfügt ebenfalls über eine Lüftungsanlage, die für 200 Personen ausgelegt ist. Außerdem können dort alleine durch ihre Lage im Untergeschoß die Temperaturen bei einer Hitzewarnung niedrig gehalten werden. Für die Bewohner steht damit auch hier immer eine kühle Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung.
Gegenwärtig wird daran gearbeitet, das Restaurant mit Nebenraum mit einer Klimaanlage auszustatten. Diese Arbeiten sollen noch im August abgeschlossen sein. Die Pflegestiftung Odenwald führt all diese Arbeiten in Eigenleistung durch und kann so auch sehr schnell reagieren. Sie erhält hierfür keine finanzielle Hilfe von Bund, Land oder Kommune und auch keine privaten Spenden.
Die in den vergangenen Jahren fertiggestellten Bauvorhaben in der Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl wie die Allgemeinzugängliche Hausärztliche Gemeinschaftspraxis, die neuen Räumlichkeiten der Mobilen Pflege Oberzent oder auch die Büroräume der Hausleitung sind bereits alle klimatisiert. Damit besteht dort ein optimaler Hitzeschutz.
In der Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl wird außerdem neben den baulichen Maßnahmen auch mittels bewohnerbezogener Aktionen ein ganz besonderer Wert auf deren Schutz vor Hitze gelegt. Deshalb gibt es beispielsweise neben einer aktiven Trinkförderung auch eine Unterstützung der Flüssigkeitsaufnahme sowie weitere individuelle Schutzmaßnahmen.
Durch die soziale Betreuung werden bei warmen Temperaturen außerdem auf allen Wohnbereichen täglich Erfrischungen vom Eis- und Melonenwagen angeboten. Zusätzlich dienen Eis-Akkus und Sprühnebelventilatoren zur Kühlung. Darüber hinaus werden die Vitalwerte und der Gesundheitszustand von Bewohnern bei Hitze sehr häufig kontrolliert.
Auch die Mitarbeiter in der Stationären Pflege werden bei Hitze unterstützt. Für sie wird kostenfreies Mineralwasser bereitgestellt und sie können sich aus einer Eis-Box bedienen.
Bei der Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli dieses Jahres gab es in der Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl keinerlei Notfälle. Auch bei der aktuellen Hitzewelle sind wieder alle möglichen Maßnahmen für die Bewohner und Beschäftigten getroffen worden.
Der Klimawandel schreitet, wie von Wissenschaftlern vorhergesagt, immer weiter voran. In der Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl wurde deshalb alles richtig gemacht, da von Beginn an darauf geachtet wurde, bei der baulichen Umsetzung gleich an Hitzeschutzmaßnahmen zu denken.
Grundsätzlich sollte das Bewusstsein im Hinblick auf den Klimawandel geschärft werden. In Deutschland sind die Länder für die Investitionskosten bei Pflegeeinrichtungen zuständig. Wie so oft gibt es klare gesetzliche Regelungen, die aber vom Gesetzgeber selbst nicht beachtet werden. Das Heimentgelt könnte übrigens dadurch gesenkt werden und ausreichend finanzielle Mittel wären für den Hitzeschutz da.
Wenn der Staat sich weiter so zurückhalte werde es auch zukünftig nur wenige klimatisierte Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser geben. Nach einer schweren Hitzewelle im Jahr 2003 hat die französische Regierung den Pfingstmontag als arbeitsfreien Tag für fünf Jahre gestrichen zur Finanzierung von Maßnahmen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Er wurde stattdessen zum „Solidaritätstag“ erklärt, an dem die Menschen ohne Lohn für den guten Zweck arbeiten mussten.










