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„Alte Stobbefabrik“: BfB begrüßt Entwicklung – weitere Planung aufmerksam begleiten

Pressedienst BfB

AUERBACH. – Die Bürger für Bensheim (BfB) stehen den grundsätzlichen Zielen der geplanten Entwicklung des Areals „Alte Stobbefabrik“ im Bensheimer Stadtteil Auerbach positiv gegenüber. Die Umwandlung einer bislang gewerblich genutzten und teilweise brachliegenden innerstädtischen Fläche in ein neues Wohnquartier bietet aus Sicht der BfB eine große Chance für Auerbach.

Insbesondere die Schaffung dringend benötigten Wohnraums, eine soziale Durchmischung sowie die Berücksichtigung unterschiedlicher Alters- und Lebensformen seien wichtige Ansätze. Positiv bewertet die BfB, dass sozial geförderter Wohnraum vorgesehen ist. Der derzeitige Planungsstand sieht einen Anteil von 25 Prozent vor.

Die BfB hält einen Anteil von mindestens 30 Prozent für angemessen und hat hierzu einen entsprechenden Antrag eingebracht. Geplant sind außerdem rund 80 betreute Seniorenwohnungen sowie eine Kindertagesstätte.

Auch der Grundgedanke einer flächenschonenden Innenentwicklung wird ausdrücklich begrüßt. Anstatt zusätzliche Flächen am Siedlungsrand in Anspruch zu nehmen, soll ein bereits erschlossenes ehemaliges Gewerbeareal einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die vorgesehene Grünachse und der Anspruch einer hohen Freiraumqualität seien wichtige Bestandteile des Konzeptes.

Die Beratungen im Ortsbeirat Auerbach sollen ebenfalls in die weitere Bewertung des Projekts einfließen. BfB-Ortsbeiratsmitglied Barbara Ottofrickenstein-Ripper berichtet der Fraktion über die dort diskutierten Punkte und bringt diese in die weiteren Beratungen zur „Alten Stobbefabrik“ ein.

Gleichzeitig ist für die BfB klar: Eine grundsätzliche Zustimmung zur Entwicklung des Areals ist kein Freibrief für jede einzelne Ausgestaltung der weiteren Planung. Bei einem Vorhaben mit mehreren hundert Wohnungen müssten die Details sorgfältig geprüft und die politischen Steuerungsmöglichkeiten genutzt werden.

Der aktuelle Planungsstand sieht rund 365 Wohnungen und zusätzlich bis zu 80 betreute Seniorenwohnungen vor. Die Entwicklung des Quartiers soll sich voraussichtlich über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren erstrecken.

Da verschiedene Grundstückseigentümer und Bauträger an der Umsetzung beteiligt sein können, kommt den verbindlichen Regelungen im Bebauungsplan und in den städtebaulichen Vereinbarungen besondere Bedeutung zu.

„Entscheidend ist für uns, dass die heute formulierten Ziele nicht im Laufe der Umsetzung aus dem Blick geraten. Was jetzt für sozialen Wohnraum, Grün, Klimaschutz, Mobilität und die Qualität des Wohnumfeldes vereinbart wird, muss auch in späteren Bauabschnitten Bestand haben“, betont BfB-Stadtverordnete Marion Machalowski.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen aus Sicht der BfB die Themen Verkehr und Parkraum, Klima und Grünflächen, Lärmschutz, soziale Infrastruktur, Wärmeversorgung, Barrierefreiheit sowie die tatsächliche Qualität des späteren Wohnumfeldes. Ebenso müsse gewährleistet werden, dass die angestrebte soziale Mischung nicht nur ein Planungsziel bleibe, sondern tatsächlich umgesetzt werde.

Auch Umwelt- und Bodenfragen dürften während der weiteren Entwicklung nicht aus dem Blick geraten. Nach den bisherigen Untersuchungen liegen derzeit im Wesentlichen keine Hinweise vor, die einer vorgesehenen Wohnnutzung grundsätzlich entgegenstehen. Gleichzeitig seien weitere Untersuchungen beziehungsweise eine umwelttechnische Begleitung bei Rückbau und Entwicklung vorgesehen.

Besondere Bedeutung habe dabei auch die Frage, wie der Rückbau der bestehenden Gebäude und Betonflächen erfolgen soll. Sollte eine mobile Brechanlage auf dem Gelände eingesetzt werden, müssten mögliche Belastungen durch Lärm und Staub für die Anwohner genau betrachtet werden. Gleichzeitig würde ein vollständiger Abtransport des Materials zu einer bestehenden Recyclinganlage zusätzliche Lkw-Fahrten durch Bensheim und Auerbach verursachen.

Die BfB spricht sich deshalb dafür aus, die unterschiedlichen Varianten nachvollziehbar miteinander zu vergleichen. Maßstab müsse sein, welche Lösung unter Berücksichtigung von Lärm, Staub, Baustellenverkehr, Klimawirkung und Belastungen der Nachbarschaft insgesamt am verträglichsten ist.

„Unser Grundsatz lautet deshalb: Zustimmung zu einer sinnvollen Innenentwicklung – aber mit einem wachsamen Blick auf die konkrete Umsetzung“, betont BfB-Stadtverordneter Franz Apfel.

Dabei müsse besonders berücksichtigt werden, dass eine Entwicklungszeit von rund zehn Jahren für die unmittelbaren Anwohner eine lange Phase mit Baustellenverkehr und möglichen weiteren Beeinträchtigungen bedeute. Umso wichtiger seien ein gut abgestimmtes Bauablaufkonzept und Maßnahmen, mit denen Belastungen bereits während der einzelnen Bauabschnitte möglichst gering gehalten werden.

Mit Blick auf das weitere Verfahren begrüßt die BfB ausdrücklich die gesetzlich vorgesehene Beteiligung der Öffentlichkeit. Nach Auffassung der Fraktion sollte es damit jedoch nicht getan sein. Die BfB hat deshalb beantragt, nach Auswertung der förmlichen Öffentlichkeitsbeteiligung und noch vor dem abschließenden Satzungsbeschluss eine weitere öffentliche Informations- und Dialogveranstaltung in Auerbach durchzuführen.

Dabei soll nachvollziehbar dargestellt werden, welche Anregungen aus der bisherigen Beteiligung und der Offenlage aufgegriffen wurden, welche Änderungen daraus entstanden sind und welche Vorschläge nicht berücksichtigt werden konnten.

„Bei einem Projekt dieser Größenordnung reicht es nicht aus, die Bürger einmal nach ihrer Meinung zu fragen. Sie sollten auch nachvollziehen können, was aus ihren Hinweisen geworden ist. Transparenz und Beteiligung tragen dazu bei, dass am Ende ein Quartier entsteht, das von möglichst vielen Menschen mitgetragen werden kann“, erklärt BfB-Fraktionsvorsitzender Stefan Beckmann.

Die Bürger für Bensheim sagen daher grundsätzlich Ja zur Entwicklung der „Alten Stobbefabrik“ – verbunden mit der klaren Erwartung, dass bei jedem weiteren Schritt auf Qualität, soziale Ausgewogenheit, Umweltverträglichkeit und die Interessen der Menschen vor Ort geachtet wird.

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