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Kommentar: Auch ständige Wiederholungen machen einen Frosch nicht zum Prinzen

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Seit 2020 geistert das sogenannte Erbacher Südstadtprojekt, ursprünglich mit 100-Zimmer-Hotel, Ärztehaus, Boardinghaus und Parkdeck für mindestens 100 Fahrzeuge durch die Stadt, durch die Stadtverwaltung und hier insbesondere durch das Bürgermeisterbüro.

Ein Headhunter aus dem Allgäu wurde bemüht und mit stattlicher Summe aus Steuergeldern der Erbacher Bürger ausgestattet, um die hochtrabenden Pläne auf einem weitläufigen Areal mit unterschiedlichen Eigentümern umzusetzen. Doch anbeißen wollten weder Investoren noch Betreiber für ein Hotel und auch nicht bei Ärzte- und Boardinghäusern oder dem anspruchsvollen Parkdeck.

Flugs wurden Boardinghaus und Parkdeck aus dem Gesamtplan gestrichen während Hotel und Ärztehaus noch immer im Fokus des Rathauschefs blieben. Weil sich aber auch dafür keine Investoren fanden, präsentierte Bürgermeister Dr. Peter Traub dann plötzlich den Headhunter selbst als Investor.

Das Ende dieser Liaison ist hinlänglich bekannt: der vom Rathauschef hochgelobte „Investor“ outete sich selbst gezwungenermaßen zu Jahresbeginn 2018 als „vermögensloser Rentner, der in bescheidenen Verhältnissen lebt“. Vorbei schien also zunächst der Traum vom Erbacher Südstadtprojekt rund um ein 100-Betten-Hotel.

Nicht so allerdings für Peter Traub. Der hielt und hält noch immer an dem inzwischen für viele Erbacher zum Albtraum mutierten Hotelprojekt fest. Im Februar 2025 präsentierte der Rathauschef zwei Betreiber-Interessenten mit durchaus nachvollziehbaren Konzepten. Alleine es fehlte ein Investor. Dieser sollte – so Traub damals – bis Ostern 2025 präsentiert werden.

Dabei hatte sich der Bürgermeister aber wohl bei der Jahresangabe vertan: denn weder zu Ostern 2025 noch ein Jahr später zum gleichen markanten Termin konnte er einen solchen präsentieren. Allerdings wiederholte er schon zu dieser Zeit nahezu gebetsmühlenartig: >Wir waren noch nie so nah dran, an einem Hotel wie aktuell.<

Während zwischenzeitlich auch das Projekt Ärztehaus analog dem zuvor bereits gecancelten Boardinghaus wie auch dem Parkdeck eingestampft wurde, hält Peter Traub auch derzeit noch immer seine schützende Hand über das anspruchsvolle 100-Betten-Hotelprojekt und spielt auf Zeit.

Zeit, die alteingesessenen Erbachern die Zornesadern anschwellen lassen. Denn während andernorts – beispielsweise in der Erbacher Nachbarstadt Michelstadt – dringend benötigter Wohnraum auf vergleichbaren Arealen geplant und umgesetzt werden, soll in Erbach nach Traubs Willen noch immer der Traum mit einem Investor für ein anspruchsvolles Hotelprojekt geträumt werden.

Das dokumentierte er aktuell bei der jüngsten Bürgerversammlung mit dem ihm mühelos, weil gefühlt hundertfach über die Lippen schwebenden Satz: >Wir waren noch nie so nah dran, an einem Hotel wie aktuell.<

Das sture Festhalten des Erbacher Bürgermeisters an einem längst gescheiterten Plan verhindert folglich genau das, was er ursprünglich mit dem hochtrabenden Südstadtprojekt bewirken wollte: die Beförderung der Entwicklung Erbachs – oder wie es ein Erbacher im Anschluss an die Bürgerversammlung formulierte: „Auch ständige abgedroschene Wiederholungen machen einen Frosch nicht zum Prinzen.“

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