Katja Knoch
NEUSTADT / WEINSTRASSE. – Ein Organisationsteam aus verschiedenen Initiativen ruft im Mai und Juni zum Großen FreiheitsLauf 2026 auf – ein bundesweites Projekt für Freiheit, Frieden, Dialog und Grundrechte.
Geplant ist eine mehrwöchige, rund 640 Kilometer lange Tour von Neustadt an der Weinstraße bis nach Berlin. Die Aktion setzt ein Zeichen für Mut und Zusammenhalt in einer Zeit, die von gesellschaftlichen Spannungen, verengter Debattenkultur und wachsender Unsicherheit geprägt ist.
Der Startpunkt ist bewusst gewählt: das Hambacher Schloss, Symbolort der Freiheits- und Demokratiebewegung von 1832. Damals wie heute ging es um Grundrechte, politische Teilhabe und eine freie Presse.
An diese Tradition knüpft der FreiheitsLauf an – unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“, begleitet von einem Abbild der historischen Deutschlandfahne vom Hambacher Schloss mit der Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“.

Die schwarz-rot-goldene Fahne, einst Symbol für Freiheit, Bürgerrechte und demokratische Erneuerung, hat heute – ebenso wie die Nationalhymne – für viele eine ambivalente Bedeutung. Was 1832 Ausdruck von Mut und Selbstbestimmung war, wird heute teils mit Unsicherheit oder politischem Misstrauen verbunden.
Der FreiheitsLauf möchte deshalb an den ursprünglichen Geist von Hambach erinnern: an einen Patriotismus, der aus Verantwortung für das eigene Land entsteht und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.
Der Zusammenschluss, federführend organisiert vom gemeinnützigen Verein „Demokratische Freiheitsläufe“ e.V. (i.G.), fordert von Politik und Medien eine transparente Aufarbeitung der vergangenen Jahre sowie einen offenen Dialog darüber, wie Grundrechte in Krisenzeiten und auch in Zukunft gesichert werden können.
Aus Sicht der Initiatoren waren diese Jahre von tiefgreifenden Eingriffen in Freiheitsrechte, einer problematischen Nähe zwischen Politik, Lobbygruppen und Leitmedien sowie einer Verengung der öffentlichen Debatte – erst durch die Coronamaßnahmen, anschließend durch die sich ausweitende Kriegspolitik und -rhetorik. Illegale Migration, enorme Steuerverschwendung und familienfeindliche Politik seien weitere aktuelle Themen.

„Freiheit und Frieden brauchen offene Gesprächsbereitschaft, Diskurs, Pluralität und Mut, unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten“, erklärt Thomas Espey, seit 30 Jahren Unternehmer und 1. Vorsitzender des Vereins.
„Angesichts internationaler Spannungen und eines politischen Tons, der zunehmend von Feindbildern, Spaltung und Eskalationslogik geprägt ist, setzt der Freiheitslauf auf menschliche Begegnung, friedliche Konfliktlösung und eine Kultur des Zusammenhalts – Werte, die heute neu gestärkt werden müssen.“
Der Lauf startet im Anschluss an das Hambacher Fest der Initiative FreiEinig, das am 24. und 25. Mai in Neustadt an der Weinstraße stattfindet. Am 26. Mai um 10 Uhr beginnt die Route am Hambacher Schloss und führt über 27 Tagesetappen nach Berlin.
Am 25. Juni erreicht sie den Reichstag; auf dem Platz der Republik ist eine Kundgebung geplant. Bis zum 28. Juni schließt sich ein Freiheitscamp mit weiteren Aktionen an. Am 27. Juni um 13 Uhr startet von dort ein Gedenkmarsch für die Kriegsopfer der Vergangenheit und Gegenwart.

Die Strecke von Hambach nach Berlin versteht sich als symbolische Verbindung zwischen dem historischen Ursprungsort der deutschen Freiheitsbewegung und dem politischen Zentrum der Bundesrepublik. Alle Menschen – ausdrücklich auch Unternehmer und Landwirte – sind eingeladen, die gesamte Strecke oder einzelne Etappen mitzulaufen oder die Aktion zu unterstützen, sei es entlang der Route, finanziell, mit Lebensmittelspenden oder durch das Verbreiten des Aufrufs.
„Unser Anliegen richtet den Blick nach vorn“, so die Initiatoren. „Wir möchten Mut machen, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen, die gesellschaftliche Spaltung zu beenden und Brücken zu bauen – für ein freies, friedliches und solidarisches Deutschland und Europa.“
Weitere Informationen, Streckenpläne und Beteiligungsmöglichkeiten finden Interessierte unter https://freiheitslauf.de/ sowie auf den begleitenden Kanälen in den sozialen Medien.
Über den Verein „Demokratische Freiheitsläufe e.V.“
Der Verein ist ein bundesweites, zivilgesellschaftliches Projekt, das sich für Frieden, Freiheit, Grundrechte und einen offenen und friedlichen gesellschaftlichen Dialog einsetzt.
Der erste große Lauf knüpft an die Tradition des Hambacher Festes als Meilenstein der deutschen Demokratiebewegung an und soll dessen Geist symbolisch in die Gegenwart tragen. Ziel ist es, Menschen zur aktiven Beteiligung zu ermutigen und zentrale gesellschaftliche Themen sichtbar zu machen.
Der Verein versteht sich als Koordinator eines offenes Netzwerks engagierter Bürger, sowie Unternehmer und Landwirte und setzt auf friedlichen Protest, Vernetzung und Dialog. Weitere Infos unter: https://freiheitslauf.de/










