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Der 29-jährige Ingo Dörsam aus Lörzenbach wird niemals mehr Fußball spielen können

DANK an die Fans des FC Fürth, die ihr Team über die gesamte Saison in der Fußball-Gruppenliga bestens unterstützten. Das honorierte die Mannschaft beim letzten Heimspiel trotz eines tragischen Unfalls des potenziellen künftigen „Neuzugangs“ Ingo Dörsam.

Von Freud und Leid im Amateurfußball + + + Jubel der Fans des FC Fürth über den guten Tabellenplatz in der Spitzengruppe wird überschattet von tragischem Unfall des potenziellen „Neuzugangs“

Bernhardt M. Riedle

FÜRTH. – Es ist im Fußball wie im richtigen Leben. Freud und Leid liegen dicht beieinander. Während die Fans an der Hauptkreuzung von Fürth nach dem 4:2 gegen den SV Geinsheim spektakulär den guten vorderen Tabellenplatz ihres FC feiern, sickert nach und nach durch, warum das – in der örtlichen, aus Weinheim kommenden Provinz-Gazette per Headline angekündigte – Freibier nicht ausgeschenkt wird: ein bevorstehender „Neuzugang“ kämpft ums Überleben.

Ingo Dörsam ist schwer verunglückt. Der 29-Jährige aus Lörzenbach geriet bei einem Arbeitsunfall unter seine Straßenwalze. Der Fußballer spielte seither beim Verbandsligisten SG Wald-Michelbach und wollte in der neuen Saison zum FC Fürth wechseln. Alles war perfekt, doch dann passierte es: Ingo wird so schwer verletzt, dass er wohl nie mehr Fußball spielen kann. Die gute Nachricht: der junge Mann wird überleben.

Es ist der vergangene Donnerstag. Kurz vor halb zwölf. Bauarbeiten im Bereich der Forststraße in Reichelsheim-Erzbach. Asphalt wird aufgetragen. Dörsam fährt die Straßenwalze. An einer Böschung kippt das tonnenschwere Gerät um. Ingo gerät unter die Walze.

Er ist lebensgefährlich verletzt und muss mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Dort kämpfen die Ärzte um das Leben des Amateurfußballers. In Fürth herrscht tiefe Betroffenheit beim folgenden Heimspiel gegen den SV Geinsheim. Spieler und die Verantwortlichen des fast 600 Mitglieder starken Vereins leiden mit. Dennoch: die Begegnung findet statt.

Die Mannschaft des FC Fürth schwört sich schweren Herzens ob des tragischen Unfalls ihres künftigen Mitspielers ingo Dörsam auf das letzte Heimspiel ein und kann dies letztlich auch erfolgreich gestalten.

Doch jedem Fan, der am Ausschank nach dem öffentlich versprochenen Freibier fragt, wird der Grund für den Verzicht erklärt. Ohne Namensnennung. >FAKT< ist, wie überall in der Region, wo das Leben spielt und die Ereignisse die Menschen bewegen, vor Ort und recherchiert. Die traurige Nachricht bekommt einen Namen und ein Gesicht: Ingo Dörsam.

Über den Unfall haben wir berichtet. Ohne Namensnennung (siehe: https://fakt-in.de/2026/05/21/strassenwalze-kippt-in-erzbach-um-29-jaehriger-arbeiter-schwer-verletzt/). Die Polizei gibt bei Unfällen keine Namen preis. Zu recht. Doch anders als die verschlafene Provinzpresse, wo Redakteure nach der Pfeife der „Obrigkeit“ tanzen und sogenannte Chefredakteure wie Monarchen walten, hat >FAKT< das Ohr ganz nah an seinen Lesern. 

Ingo Dörsam ist – wie jeder Fußballer, auch im Amateurbereich – in gewisser Weise ein Prominenter und damit ein Mann von öffentlichem Interesse. Deshalb hat der Autor vor Ort recherchiert. Exklusiv berichtet >FAKT< über das traurige Schicksal des Spielers und Straßenbauarbeiters. Und nimmt Anteil.

Anteil am Schicksal von Ingo und seinen Angehörigen. Anteil auch am Leiden des so rührigen FC von 1949, der mit dem anderen großen Fürther Verein, dem 1.200 Mitglieder starken SV (zeitgleich 2:6 beim VfB Ginsheim) in der Gruppenliga spielt, und für den Nachbarverein noch immer die Chance auf die Abstiegs-Relegation beinhaltet, eine ungeheuer gute Jugendarbeit leistet.

Unzählige Frauen und Männer im Ehrenamt opfern Woche für Woche ihre Freizeit, um vor allem den Nachwuchs zu fördern und den Kids eine lebenswerte Zukunft im Sport und der Gesellschaft zu geben.

Bei allem Schmerz über den Verlust des geplanten „Neuzugangs“ Ingo Dörsam, vor allem aber der Anteilnahme am Schicksal des jungen Mannes – die gute Platzierung in der Spitzengruppe der Tabelle des FC-Teams um Trainer Ralf Ripperger, Kapitän Jusef Nerabi und Stars wie Andreas Adamek, Nils Arras, Jan Gebhardt, Ole Gärtner und David Schmidt, um nur einige zu nennen, darf gefeiert werden, und wurde auch gefeiert an diesem Pfingstsamstag. Und wie. Zeitweise ging nichts mehr gegen 18 Uhr an der Bahnhofskreuzung der B 460.

Nur auf den Ausschank von Freibier mittags im Stadion hatte der empathische Verein verzichtet. Und das war gut so. Diese Maßnahme zeugt vom Fingerspitzengefühl der FC-Verantwortlichen um die Vorsitzenden Kurt Schmitt, Marco Knapp, Mark Lang und Reinhard Mathias. Hut ab. Und viel Erfolg in der nächsten Saison, bei der möglicherweise der Aufstieg in die Landesliga gelingen könnte.

Am Erfolg dieses grandiosen Fürther Vereins haben natürlich auch Sportdirektor Marco Knapp sowie die Sportlichen Leiter Dennis Atale, Marco Blesing, Frank Poth und Werner Zeiss maßgeblichen Anteil. Und – last but not least – die Fans in rot. Hier trifft Tradition Leidenschaft, wie das Motto des 75 Jahre alten, ewig jungen Vereins auf Teamgeist, Fairplay und echten Vereinsfußball verweist.

Und zumindest die FC-Fans feierten gemeinsam mit Freunden und Gästen der Fürther Pilsstube >Zum Anker<. Diese zogen durch die Straßen des Ortes, machten lautstark auf sich aufmerksam und nebelten zunächst teilweise ganze Straßenzüge ein, ehe sie selbst im Nebel der Pfingstnacht im >Anker< verschwanden.  

Gemeinsame Feier der FC-Fans mit Gästen und Freunden der Fürther Pilsstube >Zum Anker<. Fotos: Bernhardt M. Riedle

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