Start / Veranstaltung / Niederträchtiger Anschlag kann Freiheitslauf nach Berlin nicht stoppen

Niederträchtiger Anschlag kann Freiheitslauf nach Berlin nicht stoppen

Insgesamt elf Reifen wurden an Fahrzeugen und Anhängern beschädigt.

Katja Knoch

HAMBACH / BERLIN. – Der Freiheitslauf  (siehe FAKT-Bericht unter: https://fakt-in.de/2026/05/11/hambacher-fest-2026-fuer-einigkeit-und-recht-und-freiheit/) ist ein bundesweites Projekt für Freiheit, Frieden, Dialog und Grundrechte, der sich auf einer vierwöchigen, rund 640 Kilometer langen Tour von Neustadt an der Weinstraße bis nach Berlin befindet.

Nach einem großartigen Start am 26. Mai am Hambacher Schloss mit über 60 Freiheitsläufern führte die Route in den ersten drei Etappen über Mutterstadt, Worms und Stockstadt. Freitags erreichte die Gruppe Roßdorf. Dort erlebten die Freiheitsaktivisten trotz einer durchgehenden Nachtwache morgens eine böse Überraschung.

Dieser Reifen wurde plattgestochen.

An mehreren Fahrzeugen und Anhängern insgesamt elf Reifen beschädigt

An mehreren Fahrzeugen und Anhängern wurden insgesamt elf Reifen beschädigt. Einer der Reifen platzte erst während der Weiterfahrt. Personen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden. Nach Angaben der Organisatoren wurde umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet.

Dank der Unterstützung eines Reifenservices konnten die beschädigten Reifen innerhalb von zwei Stunden ersetzt und die Fahrt fortgesetzt werden. Parallel konnten die Organisatoren die besorgen Teilnehmer beruhigen und 20 Läufer starteten wie geplant zur 5. Etappe in Richtung Babenhausen. In einem Video-Interview vom 29. Mai erläutern die Organisatoren ihre Sicht auf die Ereignisse und mögliche Hintergründe unter: https://youtu.be/CfOpD600q4M?si=NPrEprTSCnQGXvdf

Auch an diesen Fahrzeughängern wurden Reifen beschädigt.

„Koordinierte Bemühungen den Freiheitslauf zu behindern“

Der Mitorganisator Karl-Friedrich Rothe äußert darin die Vermutung, dass es koordinierte Bemühungen gebe, den Freiheitslauf zu behindern. Er verweist dabei auf frühere Auseinandersetzungen im Umfeld der Initiative FreiEinig sowie auf Beobachtungen während öffentlicher Veranstaltungen.

Außerdem wurde am Tag zuvor Tim Dreyer, Kandidat der Linkspartei Darmstadt-Dieburg, von Campteilnehmern mit einem Teleobjektiv beim Anfertigen von Nahaufnahmen des Camps gesichtet und fotografiert. Die Vermutung, dass der Anschlag von gewaltbereiten linken, zum Teil staatlich finanzierten Antifa-Gruppen verübt wurde, bestätigte sich dann am folgenden Tag.

Bekennerschreiben auf der anonymen Webseite der Antifa

Seit dem 30. Mai gibt es zu dem Vorfall ein Bekennerschreiben auf der anonymen Webseite der Antifa unter: https://de.indymedia.org/node/739359. Er enthält sowohl die Kennzeichen der mitfahrenden Kraftfahrzeuge sowie einen Aufruf zu weiteren Gewalttaten gegen den Freiheitslauf – inklusive einer Anleitung, wie man am besten Reifen aufsticht oder sogar anzündet.

Dies wird als öffentlicher Aufruf zu Gewalt gewertet und die Organisatoren fordern eine Prüfung der Inhalte durch die zuständigen Behörden und polizeilichen Schutz vor weiteren Anschlägen. Das Polizeipräsidium Südhessen bittet auf seinem Presseportal um sachdienliche Hinweise: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4969/6285788

Warnhinweis des Verfassungsschutzes Hessen vom 28. Mai auf Instagram

Außerdem wurde den Organisatoren ein Hinweis zugetragen, dass der Verfassungsschutz Hessen am 28. Mai auf Instagram einen Post veröffentlicht hat, der indirekt als Auslöser solcher Gewalttaten gedient haben könnte (https://www.instagram.com/p/DY1km2yDCJU/?img_index=1).

Dort steht als Warnhinweis: „Eine extremistische Beeinflussung bzw. Beteiligung könne beim Freiheitslauf nicht ausgeschlossen werden.“ Per anwaltlichem Schreiben im Namen der Anmelderin wurde der Verfassungsschutz aufgefordert, diese Behauptung zu unterlassen.

Trotz der massiven Störaktionen setzt der Freiheitslauf seinen Weg in Richtung Berlin fort. Fotos: Pressedienst FreiEinig

Ungeachtet der Vorfälle setzt der Freiheitslauf seinen Weg fort. Ziel ist es, den Geist des Hambacher Festes von 1832 symbolisch nach Berlin zu tragen und dort für Meinungs- und Pressefreiheit, politische Teilhabe sowie demokratische Mitbestimmung einzutreten. Unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wird der Freiheitslauf am 25. Juni 2026 den Reichstag erreichen.

Ab 14 Uhr ist auf dem Platz der Republik eine Kundgebung geplant. Daran schließt sich bis zum 28. Juni ein Freiheitscamp mit zahlreichen weiteren Veranstaltungen an.

„Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir bleiben friedlich und zuversichtlich und werden unseren Weg nach Berlin fortsetzen“, erklärt Thomas Espey, Unternehmer und Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Demokratische Freiheitsläufe e.V.

„Alle Menschen sind eingeladen, die gesamte Strecke oder einzelne Etappen zu begleiten oder die Aktion entlang der Route zu unterstützen.“ Weitere Informationen, Streckenpläne, Beteiligungsmöglichkeiten sowie Social-Media-Kontakte unter https://freiheitslauf.de/   

Über den Verein „Demokratische Freiheitsläufe e.V.“

Der Verein ist ein bundesweites, zivilgesellschaftliches Projekt, das sich für Frieden, Freiheit, Grundrechte und einen offenen und friedlichen gesellschaftlichen Dialog einsetzt. Der erste große Lauf knüpft an die Tradition des Hambacher Festes als Meilenstein der deutschen Demokratiebewegung an und soll dessen Geist symbolisch in die Gegenwart tragen.

Ziel ist es, Menschen zur aktiven Beteiligung zu ermutigen und zentrale gesellschaftliche Themen sichtbar zu machen. Der Verein versteht sich als Koordinator eines offenes Netzwerks engagierter Bürger, sowie Unternehmer und Landwirte und setzt auf friedlichen Protest, Vernetzung und Dialog. Weitere Infos unter: https://freiheitslauf.de/

Markiert:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert