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Gewitter ohne Donnerhall um CDU-Austritt von Erich Petersik in Erbach

Der langjährige christdemokratische Kommunalpolitiker in der Odenwälder Kreisstadt und Ortsvorsteher im Stadtteil Ebersberg kehrte seiner Partei den Rücken und beschwört den Frieden mit den alten Kollegen

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ERBACH. – Stühlerücken in der Erbacher CDU: Bereits im Vorfeld der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 25. Juni, trat der langjährige Stadtverordnete und Ortsvorsteher des Stadtteils Ebersberg, Erich Petersik, aus der Fraktion der Erbacher Christdemokraten wie auch aus der Partei aus und wird dem Stadtparlament weiter als fraktionsloses Mitglied angehören (siehe dazu FAKT-Bericht unter: https://fakt-in.de/2026/06/26/ein-erbacher-haushalt-2026-der-stadtverordneten-nicht-der-verwaltung/).

Die Partei hatte sich dazu bereits wenige Tage später positioniert, den „Endpunkt einer längeren Entfremdung von Erich Petersik“ gesehen, dem langjährigen Weggefährten für seine Arbeit gedankt und ihm für die Zukunft alles Gute gewünscht (siehe FAKT-Bericht unter: https://fakt-in.de/2026/07/01/cdu-erbach-sieht-endpunkt-einer-laengeren-entfremdung-von-erich-petersik/).

Jetzt äußert sich Erich Petersik zu den Gründen für seine Abkehr von den Christdemokraten: „Irgendwann lebt man sich auseinander“, sagte Petersik der FAKT-Redaktion. Er sei nicht im Zorn und ohne Streit gegangen und wolle auch künftig mit niemandem einen Streit.

Den Ausschlag für seinen Austritt sowohl aus der Fraktion der Erbacher CDU wie auch aus der Partei insgesamt habe die ihm von der Fraktion einen Tag vor der jüngsten Stadtverordnetensitzung vorgeworfene Illoyalität mit gegeben. Er habe keine Fraktionsinterna – wie vorgeworfen – nach außen getragen, sagt Petersik.

„Mir so etwas nach so langer Zeit vorzuwerfen hat mich baff gemacht“, sagt der Ebersberger und ergänzt: „Ich weiß bis heute nicht, was ich erzählt haben sollte.“ Ihm sei auch nicht konkret gesagt worden, was er denn gesagt haben sollte. „Und sowas lasse ich mir nicht vorwerfen, zumal es keinesfalls meine Art ist, über irgendjemand was zu sagen“, denn schließlich  habe er mal katholischer Priester werden wollen und sei entsprechenden moralischen Ansprüchen noch heute verpflichtet.

Erich Petersik sieht die Ursache der Entfremdung von seiner seitherigen Partei im Bürgermeister-Wahlkampf von vor zwei Jahren begründet: „seither schwelt die Entfremdung“. Damals habe man ihm parteiintern vorgeworfen den amtierenden Bürgermeister und nicht dessen Herausforderer, den CDU-Kandidaten Eric Engels, unterstützt zu haben.

Diesem Vorwurf entgegnet Petersik: „Ich habe beide Kandidaten unterstützt, als Ortsvorsteher meinen Job gemacht, und bin mit beiden im Stadtteil Ebersberg unterwegs gewesen.“ Traditionell aber werde in diesem Erbacher Stadtteil immer der amtierende Bürgermeister stark unterstützt, sodass er keinerlei Anteil für seine Person am Wahlergebnis in Ebersberg zuungunsten des CDU-Bewerbers sehe.

Für ihn sei der Ausstieg aus der Fraktion der Erbacher Christdemokraten „wie ein Befreiungsschlag“ gewesen, der ihm „mehr Zeit für meine Frau und andere Sachen“ gewähre. In der Stadtpolitik wolle er allerdings weiterhin mitmachen und sich Gehör verschaffen auf den wichtigen Gebieten der lokalen Politik.

Seinen Vorsitz der Seniorenunion im Odenwaldkreis habe er nach seinem Parteiaustritt  abgeben müssen, weil dieses Amt an eine Parteimitgliedschaft gebunden sei. Seither allerdings sei diese Position in der Seniorenunion vakant, sagt Erich Petersik. Besonders getroffen habe ihn ein Schreiben der CDU-Kreisspitze, „das meinen Schritt als konsequent aber auch überfällig“ darstellte.

Ihm tue es leid, „dass man auf dem Dorf, denn Erbach hat schließlich nur 13.000 Einwohner, mit einer solchen Politik konfrontiert wird“. Inzwischen sei sein „Blutdruck jedoch wieder runter“ und er werde sich „nicht provozieren lassen, ruhig bleiben und bin guter Dinge für die Zukunft“. Denn schließlich habe er seinen Platz im Erbacher Stadtparlament ja behalten, „und mein Tisch ist nur 15 Zentimeter von meinen seitherigen CDU-Kollegen abgerückt“, sagt Erich Petersik abschließend.

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