Rund 100 interessierte Zuhörer verfolgten die konstituierende Sitzung des Erbacher Stadtparlaments für die Legislaturperiode 2026 bis 2031 in der Werner-Borchers-Halle.
In drei Einzelwahlvorschlägen blieb das Ergebnis zur personellen Besetzung des Magistrats der Kreisstadt Erbach identisch zur ursprünglich geplanten Liste >Gemeinsam für Erbach<
er
ERBACH. – Die Erbacher Stadtverordnetenversammlung konstituierte sich am Donnerstag, 16. April, für die Legislaturperiode 2026 bis 2031. Mit dem Sozialdemokraten Antonio Duarte wurde der seit 15 Jahren amtierende Stadtverordnetenvorsteher einstimmig bei eigener Enthaltung im Amt bestätigt.
Den achtköpfigen ehrenamtlichen Magistrat besetzen nach geheimer Wahl mit Nicole Kelbert-Gerbig, Stefan Eckert und Karlheinz Sattler drei SPD-Vertreter, mit Dominik Weyrauch und Jürgen Volk ziehen zwei Christdemokraten in das Gremium ein, die Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG) entsendet mit Lucie Myska und Andreas Schöpp ebenfalls zwei Kandidaten und die GRÜNEN werden im Magistrat durch Andreas Braun vertreten.
Zum Ersten Stadtrat wurde der 29-jährige Dominik Weyrauch ernannt. Darauf hatten sich SPD und CDU unter Mitwirkung von ÜWG und GRÜNEN zuvor verständigt (siehe dazu auch FAKT-Bericht unter: https://fakt-in.de/2026/04/18/erbach-erster-stadtrat-dominik-weyrauch-und-sieben-weitere-magistratsmitglieder-vereidigt/).
Die SPD in der Odenwälder Kreisstadt Erbach blieb bekanntlich bei der Kommunalwahl am 15. März dieses Jahres mit 30,56% der gültigen Stimmen stärkste Fraktion vor der CDU, auf die 28,69% Stimmenanteile entfielen.
Es folgten die Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG) mit 23,10%, GRÜNE mit 13,34% und AfD mit 4,32% bei einer Wahlbeteiligung von 50,77 Prozent. Die daraus folgende Sitzverteilung im Erbacher Stadtparlament ergab für die SPD 10 Sitze, die CDU 9, die ÜWG erhielt 7 Mandate, für die GRÜNEN reichte es zu 4 Sitzen und die AfD wird von einem Mandatsträger im Stadtparlament vertreten.
Festgelegt hatten sich die Fraktionen zuvor, dass neben dem Stadtverordnetenvorsteher, den nach gutem parlamentarischen Brauch die stärkste Fraktion stellt und den die SPD mit dem seitherigen Mandatsträger Antonio Duarte benannt hatte, sowie mit dem von der CDU benannten Dominik Weyrauch die Position des Ersten Stadtrats besetzt werden sollen.
Dazu hatten Sozial- und Christdemokraten den Fraktionen der ÜWG und der GRÜNEN ein Angebot für eine gemeinsame Listenverbindung unter dem Namen >Gemeinsam für Erbach< mit entsprechenden eigenen personellen Magistrats-Vorschlägen unterbreitet.
Nach Unstimmigkeiten bei der Besetzung der Ausschüsse und deren Vorsitzenden verabschiedeten sich die Erbacher GRÜNEN bereits einige Tage vor der konstituierenden Sitzung von der gemeinsamen Listenverbindung und die ÜWG zog ebenfalls noch kurz vor Sitzungsbeginn ihre Zusage für den gemeinsamen Weg zurück.
So kam es dann zu drei separaten Listenvorschlägen zur Magistratswahl mit jeweiligen Kandidatenvorschlägen von SPD und CDU (zusammen fünf), der ÜWG (zwei) und der GRÜNEN (ein Personenvorschlag), die in geheimer Wahl abgestimmt wurden und die im Ergebnis mit Ausnahme des ÜWG-Vorschlags die jeweiligen Sitzverhältnisse im Stadtparlament widerspiegelten.
Auffällig lediglich, dass bei der ÜWG, die sieben Sitze im Stadtparlament einnimmt, im Ergebnis der Magistratswahl jedoch acht Stimmen für sich verbuchte. Dieser „Stimmenüberhang“ zugunsten der ÜWG dürfte einmal mehr durch den aktuell fraktionslosen einzigen AfD-Vertreter entstanden sein.
In der Summe ergab sich aus dem in drei Wahlvorschlägen unterbreiteten Personenkreis schließlich exakt das Ergebnis, wie es in der ursprünglich gemeinsamen Vorschlagsliste vorgesehen war.
Die vier Stellvertreter des Stadtverordnetenvorstehers wurden mit Gernot Schwinn (SPD), André Weyrauch (CDU), Hartmut Myska (ÜWG) und Christa Weyrauch (GRÜNE) einstimmig benannt. Zu Schriftführern in der parlamentarischen Gremienarbeit wurden die von der Verwaltung vorgeschlagenen Rathausmitarbeiter Dennis Weyrich, Theresa Mathias und Franziska Russ bestimmt. Dafür votierte das neue Erbacher Stadtparlament ebenfalls einstimmig.
Neben dem Haupt- und Finanzausschuss als einzigem Pflichtausschuss bleibt es in Erbach nach einstimmigem Votum auch bei den vier weiteren Ausschüssen Bau-, Umwelt- und Verkehr; Soziales, Familie und Sport; Tourismus, Märkte und Kultur sowie Städtepartnerschaften.
Diese werden von jeweils zwei Vertretern aus SPD, CDU, ÜWG und einem Vertreter aus den Reihen der GRÜNEN besetzt. Die entsprechenden Personen sind – soweit noch nicht geschehen – zu benennen bis zum Zeitpunkt der jeweiligen konstituierenden Ausschusssitzungen.
Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Dr. Peter Traub die neu gewählten Mandatsträger begrüßt und auf eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohl der Stadt Erbach eingeschworen. Mit Christa Weyrauch (GRÜNE) hatte die mit mehr als 30 Jahren Parlamentszugehörigkeit „dienstälteste“ Stadtverordnete den Vorsitz des Gremiums zur Wahl des Stadtverordnetenvorstehers übernommen.

Eifrig zählten Bernd Pfau (SPD), Michael Gänssle (ÜWG), Christa Weyrauch (GRÜNE) und André Weyrauch (CDU, von links) die Stimmen nach der geheimen Magistratswahl. Fotos: er










