Der mächtige Weihnachtsbaum auf dem Darmstädter Marktplatz birgt eine besondere Geschichte und hat seine knapp 50-jährigen Wurzeln in der Verschwisterung der kleinen Odenwald-Gemeinde Olfen mit Trévignin in Savoyen.
Vom kleinen Odenwalddorf in die Großstadt: Was 1976 aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Verschwisterung der Odenwald-Gemeinde Olfen mit Trévignin in Savoyen mit der Pflanzung einer kleinen, zarten Fichte begann, findet jetzt sein Finale mit einem mächtigen Weihnachtsbaum auf dem Darmstädter Marktplatz
Horst Schnur
OLFEN. – Der Olfener Verschwisterungsbaum, der anlässlich des Jubiläums zum zehnjährigen Bestehen der Freundschaftsbeziehung mit Trévignin in Savoyen am Olfener Dorfgemeinschaftshaus gepflanzt worden war, leuchtet in diesem Jahr als Weihnachtsbaum auf dem Darmstädter Marktplatz.
Der Baum war am Sonntag, 28. März 1976, gepflanzt worden, anlässlich des damals 10-jährigen Jubiläums der Verschwisterung der Odenwaldgemeinde Olfen mit Trévignin in Savoyen, der kleinsten kommunalen Partnerschaft in Europa. Die damalige Delegation unter Leitung von Bürgermeister René Traversaz hatte die zarte Fichte aus Savoyen mitgebracht und im Beisein der Bürgerschaft feierlich gepflanzt.
Leider rückte ihr die Hauswand bei der späteren Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses zu dicht auf das sich immer weiter entfaltenden Geäst, wodurch der Putz des Gebäudes nicht ausreichend trocknen konnte und in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Daher haben die Bausachverständigen empfohlen, den Baum herauszunehmen. So geschah es am Samstag, 31. Oktober 2025, in den Vormittagsstunden. Mit einem mächtigen Kran und mit größter Sorgsamkeit wurde die abgesägte Fichte auf einen Tieflader gehoben.
Der Verschwisterungsbaum war über die 49 Jahre zu einem stattlichen und wohl gestalteten Baum geworden. Man hatte sich an ihn gewöhnt und ihn geachtet, ehe er nun die scharfe Säge spüren musste und seinen Weg zum Darmstädter Marktplatz angetreten hat. Dort leuchtet er nun vier Wochen lang zum Weihnachtsmarkt. Ob´s den Darmstädtern bewußt ist, welche Geschichte er hat?
In der Advents- und Weihnachtszeit wird der Baum jetzt mit makellosen Ästen, garniert mit künstlicher Lichterfülle, die Stimmung der Darmstädter und ihren Besuchern in der Dunkelheit heben, ohne dass jemand wissen kann, dass dies ein europäischer Baum mit einer eigenen Botschaft des Friedens und des Zusammenhalts leistet.
Und während der Verschwisterungsbaum jetzt in Darmstadt sein Friedenslicht verbreitet feiert Olfen einen Weihnachtsmarkt in der Savoyer Partnergemeinde.
Die Geschichte des Verschwisterungsbaums in Bildern:








Fotogalerie der Geschichte des Olfener Verschwisterungsbaums: Vom Pflanzen der kleinen Fichte im Jahr 1976 am Dorfgemeinschaftshaus in Olfen über seine Fällung bis zum Abtransport nach Darmstadt. Fotos: Horst Schnur













