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Südhessens Wirtschaft weiter im Gegenwind

IHK-Konjunkturumfrage zeigt deutliche Eintrübung der Stimmung + + + Landrat Engelhardt fordert verlässliche Rahmenbedingungen, Entlastung und weniger Bürokratie + + + Arbeitslosenzahlen im Kreis bei 7.124

Pressedienst Bergstrasse

BERGSTRASSE / HEPPENHEIM. – Die Arbeitslosigkeit ist im Kreis Bergstraße im Mai 2026 gestiegen. So waren 7.124 Menschen arbeitslos gemeldet, 0,07 Prozent mehr als im April. Allerdings 143 Personen beziehungsweise 2,05 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote betrug unverändert zum Vormonatsniveau 4,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,6 Prozent. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,9 Prozent, deutschlandweit bei 6,3 Prozent.

Die Konjunktur kommt auch in Südhessen nicht in Gang. Das bestätigt der aktuelle Konjunkturbericht der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, für den rund 900 Unternehmen aus der Region befragt wurden.

Die wirtschaftliche Stimmung hat sich demnach gegenüber Jahresbeginn deutlich verschlechtert: Nur 17 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre Lage als gut, 52 Prozent als befriedigend und 31 Prozent als schlecht.

Die Industrie stagniert und kann keine zusätzlichen Aufträge generieren. Der Einzelhandel berichtet von zurückhaltenden Kunden, auch der Dienstleistungssektor beklagt rückläufige Geschäfte.

Auch der Blick nach vorn bleibt verhalten. Nur zwölf Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung der Situation, 54 Prozent gehen von einer unveränderten Entwicklung aus. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) befürchtet eine weitere Verschlechterung.

Viele Betriebe legen deshalb Investitionen auf Eis: Nur 22 Prozent wollen mehr investieren, während 38 Prozent ihre Investitionen kürzen müssen. Bei Einstellungen zeigen sich die Unternehmen ebenfalls zurückhaltend.

Als größte Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung nennen die südhessischen Unternehmen die Qualität der Wirtschaftspolitik (64 Prozent), die schwache Inlandsnachfrage (62 Prozent) sowie die Energie- und Rohstoffpreise (61 Prozent).

Besonders deutlich ist der Anstieg bei den Energie- und Rohstoffpreisen: Gegenüber Jahresbeginn legte diese Risikonennung um 15 Prozentpunkte zu. Hintergrund sind unter anderem die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs.

Landrat Christian Engelhardt sieht in den Ergebnissen ein klares Warnsignal für den Wirtschaftsstandort: „Unsere Unternehmen brauchen jetzt verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dazu gehören spürbarer Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren, planbare und bezahlbare Energiepreise sowie eine Politik, die Investitionen wieder erleichtert.

Nur wenn die Betriebe Planungssicherheit haben, können sie investieren, Arbeitsplätze sichern und neues Wachstum schaffen. Das, was wir auf regionaler Ebene beitragen können, tun wir weiterhin mit voller Kraft.“

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