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„Ausbau des Bahnhofs Hetzbach zum Begegnungs- und Ausweichbahnhof gefährdet“

Die rechte Bildhälfte des Fotos mit Bahnkörper wird zu großen Teilen bereits von Grundstück 103/15 eingenommen. Das Grundstück reicht noch etwa 10 m weiter nach Norden, als das Ende der Plattform und ist angeblich in Privatbesitz.

GRÜNE Stadtverordnetenfraktion Oberzent wendet sich wegen ungeklärten Grundstücksfragen und offener Trassenwahl an die Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes und Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori

Pressedienst GRÜNE Oberzent

HETZBACH. – In einem von Elisabeth Bühler-Kowarsch, Fraktionssprecherin der Oberzent-GRÜNEN, für ihre Fraktion unterzeichneten Schreiben, wenden sich die GRÜNEN an die Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Prof. Knut Ringat und Dr. André Kavai sowie den Hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, Kaweh Mansoori, „mit einem dringenden Anliegen zu ungeklärten Grundstücksfragen und offener Trassenwahl, die den Ausbau des Bahnhofs Hetzbach zum Begegnungs- und Ausweichbahnhof gefährden“.

Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:

>Sehr geehrter Herr Prof. Ringat,
sehr geehrter Herr Dr. Kavai,
sehr geehrter Herr Minister Mansoori,

die Stadtverordnetenfraktion von B90/DIE GRÜNEN Oberzent wendet sich mit einem dringenden Anliegen an Sie.

Betreff: Ungeklärte Grundstücksfragen und offene Trassenwahl gefährden Ausbau des Bahnhofs Hetzbach zum Begegnungs- und Ausweichbahnhof

Der geplante Ausbau des Bahnhofes Hetzbach zum  Kreuzungsbahnhof (Begegnungs- oder Ausweichbahnhof) ermöglicht nach seiner Fertigstellung, dass zwei Züge aneinander vorbei fahren können. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass wie geplant stündlich Züge von Frankfurt nach Eberbach und umgekehrt fahren können.

Der Kreuzungsbahnhof ist daher von überragender Bedeutung für die weitere wirtschaftliche  Entwicklung der Stadt Oberzent. Eine gute Anbindung an die Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Metropolregion, aber auch an die aufstrebende Region Heilbronn in der Metropolregion Stuttgart, ist für den strukturschwachen südlichen Odenwaldkreis von immenser Bedeutung.

Die Umsetzung dieser Infrastrukturmaßnahme sollte auch im Odenwaldtempo vonstatten gehen, wie bei der Zeller Brücke. Die Stadt Oberzent ist flächenmäßig die drittgrößte Stadt in Hessen mit knapp 10.000 Einwohnern und benötigt Bahnverbindungen, die die positive Entwicklung unserer Kommune fördern. 

Der rechte Teil dieses Areals befindet sich nach Angaben der Oberzent-GRÜNEN in Privatbesitz.

Wir haben in Erfahrung gebracht, dass das Grundstück 103/15, Flur 4, Gemarkung Hetzbach, Privateigentum ist, sich also nicht im Eigentum der Stadt Oberzent befindet.

Die rechte Bildhälfte unseres Fotos mit Bahnkörper wird zu großen Teilen bereits von Grundstück 103/15 eingenommen. Das Grundstück reicht noch etwa 10 m weiter nach Norden, als das Ende der Plattform.

Das Grundstück 103/15 ist nach Feststellung der Oberzent-GRÜNEN in privaten Händen.

Ab der Überführung für die Tunnelfahrzeuge in Richtung Süden gehört das Westgleis unseres Wissens der Bahn (Grundstück 180/22, aufgenommen am 23.7.2026). Die Bildaufnahmen sind am 28. Mai dieses Jahres gemacht. Der Kartenausschnitt stammt aus dem Geoportal Hessen.

Angeblich gehört das Grundstück 180/22 auf der rechten Bildhälfte der Deutschen Bahn. Fotos: Pressedienst GRÜNE Oberzent

Wir haben folgende Fragen und bitten um Beantwortung: 

1. Verhandelt der RMV oder die Deutsche Bahn bereits über die Grundstücksfrage mit dem Privateigentümer?

2. Falls nein, wann soll mit den Verhandlungen begonnen werden, um einen zeitnahen zweigleisigen Ausbau des Bahnhofes Hetzbach zu ermöglichen? Können die Verhandlungen eventuell über die Flurbereinigungsbehörde (Flurbereinigungsverfahren Hetzbach) erfolgen?

3. Könnte eventuell das für den Kreuzungsbahnhof notwendige zweite Gleis – anstatt das Westgleis zu reaktivieren – östlich vom Ostgleis entlang der vorhandenen, gehölzbestandenen Böschung  gebaut werden? Dies beträfe das Flurstück 180/22 Flur 1, Gemarkung Hetzbach und in geringerem Maße auch das Flurstück 103/14, Gemarkung Hetzbach. Beide Flurstücke gehören unseres Wissens der Bahn. 

4.  Bei der vor einiger Zeit erfolgten Begehung am Bahnhof Hetzbach  hieß es, die Haltestelle solle mehr in Richtung Süden verlegt werden. Dort wurde erst vor geraumer Zeit in unmittelbarer Nähe ein Wohnhaus gebaut. Die nächsten Häuser sind auch nicht weit. 

Wäre  es daher  nicht besser, die Haltestelle soweit als möglich in nördliche Richtung zu verlagern, nach Erwerb des oben behandelten Grundstücks 103/15 ? Das Areal dort ist siedlungsferner und verursacht daher deutlich weniger Lärmbelästigung. Außerdem ist ab der Feuerwehrüberfahrt Richtung Süden wenig Platz vorhanden.

5. Offenbar weil der Gleiskörper auf Grundstück 103/15 privat ist bzw. auf 180/23 war, lies man das ursprünglich Gleis 1  (Westgleis) verbrachen und machte Gleis 2 (Ostgleis) zu Gleis 1. Falls das Westgleis reaktiviert werden  und nicht ein Gleis weiter östlich geschaffen werden soll, würde das Ostgleis dann zum Nebengleis.

Auch wenn es eine Nebenstrecke mit beschränktem Verkehr ist, so sollten auch am Bahnhof Hetzbach die Gefahren für die Fahrgäste minimiert werden. Das heißt, die Zahl der  notwendigen Gleisüberquerungen durch Fahrgäste sollte begrenzt  werden. Das geht am besten, wenn das Westgleis wieder Hauptgleis wird. Wie bewerten der RMV und die Deutsche Bahn diesen Sachverhalt?

6. Werden für den Bau der Kreuzungsbahnhöfe der Odenwaldbahn, hier Hetzbach, Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes  verwendet, was den Bau beschleunigen könnte? 

Abschließende Feststellung: 

Die Stadtverordnetenfraktion von B90/DIE GRÜNEN Oberzent hält die Klärung der Grundstücksfrage 103/15 und die Festlegung, ob das Westgleis oder aber ein neues Gleis östlich des jetzigen Ostgleises als zweites Gleis für den Kreuzungsbahnhof zur Realisierung kommt, für besonders dringlich. Davon hängen alle weiteren Schritte ab. Deswegen sollte beide Sachverhalte schnellstmöglich und nicht erst in wenigen Jahren geklärt werden.

Vielen Dank für die Mühe!

Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Bühler-Kowarsch
Fraktionssprecherin 
B90/Die Grünen Oberzent <

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